Teheran. Angesichts der Proteste im Iran nach dem versehentlichen Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine hat Präsident Hassan Rohani zu einem Wandel der Politik in seinem Land aufgerufen. "Die Menschen wollen mit Aufrichtigkeit, Anstand und Vertrauen behandelt werden", erklärte er am Mittwoch.

Die Streitkräfte des Landes rief Rohani auf, sich für den Abschuss und die anschließende Informationspolitik zu entschuldigen und zu erklären, was genau passiert sei. Damit solle den Menschen gezeigt werden, dass die Armee "nichts verheimlichen" wolle.

Ein erster Schritt hin zur "nationalen Versöhnung" könnte die Parlamentswahl im Februar sein, erklärte der Staatschef. Die Menschen wollten "Vielfalt", sagte das weltliche Oberhaupt des autoritären Regimes. Rohani forderte die Wahlbehörde auf, mögliche Kandidaten bei der Wahl nicht auszuschließen.

Der Iran hatte nach tagelangen Dementis den versehentlichen Abschuss des Jets zugegeben, bei dem am vergangenen Mittwoch alle 176 Insassen umgekommen waren. Die meisten Insassen der ukrainischen Maschine waren Iraner oder iranischstämmige Staatsbürger anderer Länder.

"Keine falschen Schritte"

Im Streit um das Wiener Atomabkommen warnte Rohani den Westen vor "falschen Schritten". Er reagierte damit auf das Vorgehen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens, die eine Schlichtung zur Rettung des Deals eingeleitet haben. Nicht die Aktivierung des Mechanismus zur Streitschlichtung, sondern die vertragsgerechte Umsetzung des Abkommens sei der richtige Weg, befand Irans Präsident. (dpa/apa)