US-Präsident Donald Trump nutzte seine Eröffnungsrede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vor allem dafür, die wirtschaftliche Entwicklung der USA in seiner Amtszeit in den höchsten Tönen zu loben. "Amerika wächst und gedeiht, und ja: Amerika gewinnt wieder wie niemals zuvor", sagte er am Dienstag zum Auftakt seiner Rede.

Im Vergleich zu der Vorgängerregierung mit geringem Wachstum und stagnierenden oder fallenden Löhnen sei die Entwicklung nun "spektakulär". Für die Zukunft prognostizierte Trump "gewaltige" Chancen für die US-Wirtschaft. "Die Zeit der Skepsis ist vorbei", nun sei nicht die Zeit für Pessimismus, sondern für Optimismus, sagte der US-Präsident. Trump rief andere Länder dazu auf, sich ein Beispiel an den USA zu nehmen. Das "amerikanische Modell" werde die größten Gewinne im 21. Jahrhundert erzeugen.

Erneut Kritik an FED

Danach nahm Trump erneut die Notenbank Fed ins Visier. Die USA hätten seit seiner Wahl einen beispiellosen Wohlstand erreicht und eine Welle von Firmengründungen erlebt, sagte er am Dienstag in dem Schweizer Skiort: "Und dies, obwohl die Fed die Zinsen zu schnell angehoben und zu langsam gesenkt hat", fügte er hinzu.

Trump strebt seine Wiederwahl bei im November an und steht derzeit innenpolitisch unter Druck, da im Zuge der Ukraine-Affäre ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn läuft.

Zuletzt war das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und der politisch unabhängigen Notenbank immer wieder von Spannungen geprägt, da Trump sie zu massiven Zinssenkungen drängte. Zudem zweifelte Trump die Kompetenz der Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell an. Angesichts der Attacken Trumps hat Powell mehrfach auf die Unabhängigkeit der Notenbank verwiesen.

Trump bekräftigte, die Verhandlungen mit China über die zweite Phase des Handelsabkommens würden schon sehr bald beginnen. Die Beziehung der USA zu China sei "niemals besser" gewesen, fügte er hinzu. Präsident Xi trete für die Interessen Chinas ein, er für jene der USA. "Ansonsten lieben wir uns", sagt Trump.

"Vorhersagen der Apokalypse"

US-Präsident Donald Trump ist in seiner Rede auch auf  Konfrontationskurs zur schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg gegangen. "Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und ihre Vorhersagen der Apokalypse zurückweisen", sagte Trump. Es gebe ja immer Schwarzseher, die sehen wollten, wie man scheitere. Es dürfe aber nicht zu viel Skepsis geben. Die USA hätten Wachstum, Kreativität und die Bereitschaft, jeder Herausforderung zu begegnen, so Trump.

Kampf gegen Klimawandel im Mittelpunkt

Der US-Präsident zählt zu den Hauptrednern der Konferenz. Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens in den Schweizer Alpen stehen der Kampf gegen den Klimawandel sowie geopolitische Krisen etwa im Nahen Osten und in Libyen. In seiner Rede bekannte sich Trump auch zur Bewahrung der Natur und kündigt an, die USA würden der Initiative "Eine Billion Bäume" des Weltwirtschaftsforums beitreten.

Trump steht wegen des Amtsenthebungsverfahrens, das in Washington gegen ihn läuft, innenpolitisch unter großem Druck. Ungeachtet dessen sucht er knapp zehn Monate vor der US-Präsidentenwahl das globale Rampenlicht.

In Davos trifft sich die internationale Elite aus Wirtschaft und Politik zum 50. Weltwirtschaftsforum. Zu den rund 3000 Gästen zählen US-Präsident Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 17-jährige schwedische Umwelt-Aktivistin Greta Thunberg. Größtes Thema der Veranstaltung im Schweizer Luftkurort ist der Klimawandel. (reuters)