Der 27. Jänner ist der 75. Jahrestag der Befreiung des Nazi-Vernichtungslagers Auschwitz in Polen. Aus diesem Anlass findet am Donnerstag in Jerusalem ein Holocaust-Forum in der nationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem statt, zu dem 46 Staats- und Regierungschefs erwartet werden - darunter Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Bereits am Mittwochabend versammelten sich die Staats- und Regierungschefs zu einem Abendessen auf Einladung des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin.

Zu dem Holocaust-Forum in der nationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem haben sich unter anderen der russische Präsident Wladimir Putin, US-Vizepräsident Mike Pence, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie der britische Thronfolger Prinz Charles angekündigt. Neben den Vertretern der vier Alliierten des Zweiten Weltkriegs werden Israels Präsident Rivlin und der deutsche Bundespräsident bei der Veranstaltung das Wort ergreifen. Frank-Walter Steinmeier ist damit das erste deutsche Staatsoberhaupt, das in Yad Vashem eine Rede hält.

Van der Bellen: Viele Österreicher waren Täter

Van der Bellen wird im Rahmen seiner dreitägigen Reise am Freitag auch vom israelischen Präsidenten Rivlin empfangen. Begleitet wird der Bundespräsident von seiner Frau Doris Schmidauer, EU-Ministerin Karoline Edtstadler, IKG-Präsident Oskar Deutsch sowie dem aus Österreich stammenden Holocaust-Überlebenden Amnon Berthold Klein.

Es sei ihm "sowohl als Bundespräsident als auch persönlich ein tiefes Bedürfnis", an den Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem und einige Tage später in Auschwitz teilzunehmen. "Denn zehntausende Österreicherinnen und Österreicher waren Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Viele Österreicherinnen und Österreicher waren aber auch Täterinnen und Täter", erklärte Van der Bellen vor der Abreise.

Am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz findet auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers im damals von Hitler-Deutschland besetzten Polen eine weitere internationale Gedenkveranstaltung statt. Der Gastgeber, Polens Präsident Andrzej Duda, kommt aus Protest gegen Russland nicht zu der Gedenkfeier nach Israel. Putin hatte Regierungsvertretern von Vorkriegspolen Antisemitismus und eine anbiedernde Haltung gegenüber Nazi-Deutschland vorgeworfen.