Jerusalem. Yad Vashem in Jerusalem ist die nationale Institution Israels für die Erforschung und Dokumentation der Shoah in der NS-Zeit. Die Namen von fast 4,8 Millionen der sechs Millionen ermordeten Juden sind hier dokumentiert. Die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt wurde 1953 aufgrund eines Beschlusses des israelischen Parlaments, der Knesset, gegründet. Yad Vashem wurde auf dem Har Hazikaron, dem "Berg der Erinnerung", errichtet. Der Name der Gedenkstätte leitet sich von einem Zitat des Propheten Jesaja, Kapitel 56, Vers 5 ab: "Und ich werde ihnen in meinem Haus und innerhalb meiner Wände ein Denkmal errichten, ihnen Zeugnis (Hand) und Namen (,yad vashem‘) geben." Die Institution besteht aus einem Museum, einem Archiv, dem Saal der Namen, der "Allee der Gerechten" (zur Erinnerung an jene, die Juden in der Verfolgungszeit geholfen haben), einer eigenen Gedenkstätte für die rund 1,5 Millionen im Zuge des Holocaust ermordeten Kinder und einer Gedenkhalle mit in den Boden eingravierten Namen der Nazi-Konzentrations- beziehungsweise Vernichtungslager. Im "Tal der Gemeinden" sind in Felsgängen die Namen von 5000 untergegangenen jüdischen Gemeinden aus 22 Ländern aufgelistet, darunter einige aus Österreich.

Das Museum zur Geschichte des Holocaust erstreckt sich über eine überwiegend unterirdisch gelegene Fläche von mehr als 4200 Quadratmetern. Es präsentiert die Geschichte des Holocaust aus jüdischer Perspektive. Anhand von Originalgegenständen, persönlichen Habseligkeiten und Augenzeugenberichten von Überlebenden werden die Erfahrungen der einzelnen Opfer beleuchtet.

Das 180 Meter lange Gebäude bohrt sich wie ein Keil durch den Berg. Ausstellungsräume, die die Komplexität der Situation der Juden während des Holocaust veranschaulichen, zweigen von diesem Schacht ab. Der Ausgang ragt aus dem Berghang und gewährt einen Blick ins Tal. Verschiedene Ausstellungen heben die Schwerpunkte der Geschichte der Shoah hervor. Am Ende des historischen Überblicks im Museum steht die Halle der Namen, wo die Gedenkblätter für Millionen von Holocaustopfern aufbewahrt werden - ein Denkmal für jene, die ums Leben kamen. Die Jerusalemer Gedenk- und Dokumentationsstätte veranstaltet auch Ausstellungen, Nachforschungen und unterstützt Gerichte in aller Welt, darunter auch israelische, wie etwa beim Prozess gegen den Nazi-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann 1961.

Die Stätte gehört zum Besuchsprogramm aller ausländischen Staatsgäste Israels.

Das Archiv und die Bestände Yad Vashems sind online zugänglich (www.yadvashem.org).