Lima. Die peruanische Justiz hat die unter Korruptionsverdacht stehende Oppositionspolitikerin Keiko Fujimori erneut in Untersuchungshaft genommen. Ein Richter in Lima ordnete am Dienstag eine Untersuchungshaft von 15 Monaten für die 44-jährige Rechtspopulistin an. Sie wurde unmittelbar danach festgenommen.

Fujimori hatte bereits 13 Monate in U-Haft verbracht und war im November entlassen worden. Gegen ihre Freilassung hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Dem Berufungsantrag gab der Richter nun statt.

Fujimori ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000), der eine 25-jährige Haftstrafe wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen verbüßt.

Seine Tochter sieht sich nun in der weitverzweigten Affäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Sie wird beschuldigt, für ihren Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2011 rund 1,2 Millionen Dollar (1,09 Millionen Euro) an illegaler Parteifinanzierung von Odebrecht angenommen zu haben.

Fujimori hatte am Sonntag einen massiven politischen Rückschlag erlitten. Bei vorgezogenen Parlamentswahlen büßte ihre Partei Fuerza Popular rund 60 Sitze ein und verlor ihren Status als stärkste parlamentarische Kraft. Der parteilose Staatschef Martín Vizcarra ging gestärkt aus den Wahlen hervor. Fujimori hatte einen frontalen Blockadekurs gegen seine Reformen betrieben.