Nach dem Freispruch im Amtsenthebungsverfahren will US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge einen Berater des Nationalen Sicherheitsrates aus dem Weißen Haus verbannen, der gegen ihn ausgesagt hatte. Oberstleutnant Alexander Vindman solle demnächst darüber informiert werden, dass er ins Pentagon versetzt werde, berichtete die "Washington Post".

Das Blatt berief sich auf zwei mit der Entscheidung vertraute Personen. Damit werde eine Schlüsselfigur in dem Impeachment-Prozess aus dem Weißen Haus entfernt. Vindman selbst habe Mitarbeitern gesagt, er rechne damit, in den nächsten Wochen ins Verteidigungsministerium zurückzukehren, berichtete der Sender CNN. Offen sei, ob dies freiwillig oder auf Betreiben der Regierung geschehe. Planmäßig wäre Vindman erst im Juli mit Ablauf seiner zweijährigen Berufung aus dem Nationalen Sicherheitsrat ausgeschieden, hieß es weiter.

Der 44-jährige Offizier hatte im November als Zeuge bei den Impeachment-Anhörungen seine Kritik an den Aussagen Trumps bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bekräftigt. "Es war unangebracht, es war unangemessen vom Präsidenten, eine Untersuchung eines politischen Gegners zu erbitten, einzufordern", sagte der führende Ukraine-Experte im Nationalen Sicherheitsrat. Trump soll Selenskyj zu Ermittlungen gegen seinen demokratischen Rivalen Joe Biden gedrängt und die Ermittlungsarbeit in dem Fall behindert haben, um die US-Präsidentenwahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Wettern beim "Gebetsfrühstück"

Trump hat auch den Demokraten wegen des gerade beendeten Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn schwere Vorwürfe gemacht. Einige "sehr unehrliche und korrupte Leute" hätten ihm, seiner Familie und dem Land schwere Qualen zugefügt, sagte Trump am Donnerstag beim traditionellen "Nationalen Gebetsfrühstück" in Washington.

Er beklagte: "Sie haben alles Mögliche getan, um uns zu zerstören." Damit hätten sie auch der Nation Schaden zugefügt. "Mutige Republikaner" hätten sich dem jedoch in den Weg gestellt. Aus Sicht der Demokraten ist der Freispruch wertlos.

Nächste Vorwahl in New Hampshire

Nach den durch eine blamable technische Panne verursachten Verzögerungen haben die US-Demokraten das Endergebnis ihrer Präsidentschaftsvorwahl im Bundesstaat Iowa veröffentlicht. Demnach liegt der pragmatisch-moderate Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg hauchdünn vor dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders an der Spitze. Buttigieg kommt auf 26,2 Prozent, Sanders auf 26,1 Prozent Die nächsten Vorwahlen finden am Dienstag im Bundesstaat New Hampshire statt. (apa, dpa, reu)