Die Konfliktparteien im Südsudan haben in Rom Gespräche zu einem Friedensabkommen begonnen. Wie die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio laut Kathpress am Wochenende in Rom mitteilte, führten dazu Vertreter der Regierung von Präsident Salva Kiir Mayardit Unterredungen mit jenen fünf Oppositionsgruppen, die erst kürzlich dem Mitte Jänner vereinbarten Waffenstillstandsabkommen beigetreten sind. Dabei hat Mayardit  einer Neugliederung der Bundesstaaten zugestimmt und so den Weg für die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit geebnet. Er kündigte am Samstag die Rückkehr zu einem föderalen System mit zehn Staaten an. Kiir kommt damit einer Kernforderung der Opposition nach.

Es sei ein Kompromiss "im Interesse des Friedens" geschlossen worden, sagte der Präsident bei einem Treffen der Regierung mit Armeevertretern in Juba. Von der Opposition erwarte er nun eine entsprechende Reaktion.

In einem 2018 unterzeichneten Friedensabkommen hatte Kiir mit seinem Rivalen und früheren Stellvertreter Riek Machar die Bildung einer Einheitsregierung vereinbart. Eine dafür geltende Frist ließen sie bereits zwei Mal verstreichen. Nun soll bis zum 22. Februar eine Einigung erzielt werden.

Kiir hatte die von seinen Gegnern geforderte Rückkehr zu der in der Verfassung vorgesehenen föderalen Gliederung bisher abgelehnt. Auf internationalen Druck hin zeigte er sich nun aber bereit, die Zahl der Staaten von zuletzt 32 wieder auf zehn zu reduzieren. Die Anzahl der Bundesstaaten und ihre Grenzen sind einer der Knackpunkte in den Friedensverhandlungen.

Der Südsudan hatte im Sommer 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt. Im Dezember 2013 begann dann in dem bitterarmen Land ein Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als 380.000 Menschen getötet und vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben wurden.

"Wichtiger Schritt zur Festigung"

Sant'Egidio-Generalsekretär Paolo Impagliazzo, der die Vermittlungsbemühungen der Gemeinschaft leitet, nannte die nunmehrigen Gespräche in Rom in einer Erklärung einen "wichtigen Schritt zur Festigung des Friedensprozesses". Barnaba Marial Benjamin, Sondergesandter von Präsident Kir, dankte Sant'Egidio, dass die Gemeinschaft Grundlagen für einen "inklusiven Dialog" geschaffen hat, und betonte: "Wir sind auf dem richtigen Weg zum Frieden, den Papst Franziskus so sehr wünscht, und wir haben das Mandat und den guten Willen, ihn einzuschlagen." Im Namen der Oppositionsgruppen sagte General Thomas Cirillo Swaka: "Wir bemühen uns, alle Feindseligkeiten vor Ort einzustellen und die bedrohlichen Reden in den sozialen Medien zu beenden, um günstige Bedingungen für den Dialog zu schaffen." (apa)