Unter dem Motto "Learn fast and fix things" stellte sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Samstag in München der Debatte. "Wir haben bei den US-Wahlen 2016 zu langsam begriffen, wie die russischen Manipulationen funktionieren", räumte Zuckerberg gleich zu Beginn ein. Mittlerweile aber haben man bei Facebook Techniken entwickelt, um gefälschte Konten rasch entdecken zu können. So sei es zuletzt gelungen, 50 koordinierte Desinformationskampagnen auszuschalten. Darunter eine russische, die gegen die Ukraine gerichtet war und eine iranische, die die USA schädigen sollte. Hier komme Künstliche Intelligenz (KI) zur Anwendung, die teilweise hoch effizient arbeite, so Zuckerberg. Die Erfolge seien auch deshalb möglich, weil Facebook mittlerweile mit den Geheimdiensten kooperiere.

Eine neue Bedrohung erwachse aus dem Umstand, dass Eingriffe in demokratische Wahlen immer öfter durch innenpolitische Akteure erfolgten. "KI-Systeme können jetzt auch das identifizieren", so Zuckerberg.

Dabei beobachtet Zuckerberg einen wechselseitigen Prozess: Einerseits würden die Täter immer geschickter darin, ihre Spuren zu verwischen; etwa dadurch, dass sie unterschiedliche Netzwerke verwendeten. Aber auch Facebook schlafe nicht, versicherte Zuckerberg. Mittlerweile seien 35.000 Mitarbeiter damit beschäftigt, Sicherheit und Content zu überprüfen. Anders würde es im Bereich der Hassrede laufen. "Die werden nicht intelligenter", so Zuckerberg, KI könne hier einen anfänglichen Vorsprung leicht aufholen. Der große Unterschied zu früher sei der, dass man jetzt nicht mehr nur reagiere, sondern proaktiv handle. "Gegenwärtig sind wir schneller als unsere Gegner", so Zuckerberg selbstbewusst. Bei Terrorpropaganda sei man richtig gut. "Hier entdeckt die KI 99 Prozent. Und das, bevor es online geht." Wichtig ist für Zuckerberg die Feststellung, dass Facebook nicht ursächlich für Polarisierung in der Gesellschaft verantwortlich ist. Studien hätten ergeben, dass die die Polarisiertesten seien, die am wenigsten online gingen. Ein genereller Vorwurf an Facebook lautet, dass die Nutzer durch Algorithmen nur noch Zugang zu einem sehr eng gefassten Informationsstand bekämen.

Zuckerberg sieht Facebook nicht als bloßen Übermittler von Information, der nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Eine komplette Kontrolle aller Inhalte sei aber "unmöglich".