US-Präsident Donald Trump hat die Unterzeichnung eines Abkommens mit den Taliban bestätigt, das den Abzug von US-Truppen aus dem Bürgerkriegsland vorsieht. US-Außenminister Mike Pence werde an der Unterzeichnung teilnehmen, teilte Trump am Freitagnachmittag (Ortszeit) in Washington mit.

Die Zeremonie war für Samstag in der katarischen Hauptstadt Doha geplant. Trump rief die Taliban und die afghanische Regierung auf, "diese Gelegenheit für den Frieden zu nutzen". "Wir haben nun einen kraftvollen Weg zur Beendigung des Krieges in Afghanistan und um unsere Truppen nach Hause zu bringen."

Indes ist die Woche der "Gewaltreduzierung" in Afghanistan bisher weitgehend ruhig verlaufen. Das berichten Behördenvertreter und Bewohner Afghanistans. Die USA hatten die Woche zur Vorbedingung gemacht, um eine Vereinbarung mit den Taliban zu schließen.

In der unruhigen Provinz Balch etwa habe es in den vergangenen sechs Tagen lediglich zwei Angriffe auf Sicherheitskräfte gegeben, sagte ein Provinzrat am Freitag. Davor seien es mehrere täglich gewesen. Aus dem östlichen Nangarhar hieß es von einem Provinzrat, es habe keine einzige Attacke gegeben. In den Monaten davor seien dort jede Woche 20 Sicherheitskräfte ums Leben gekommen.

Auch Bewohner von Taliban-kontrollierten Gebieten berichteten von ruhigen Tagen. Gulbuddin Gulbuddin aus dem Bezirk Chahar Darah der nördlichen Provinz Kunduz sagte, es habe keine Gefechte gegeben. Die Menschen beteten in den Moscheen für Frieden. Niemand habe Angst vor Luftschlägen der Regierung oder den USA gehabt.

In der Hauptstadt Kabul waren laut Innenministerium bei zwei Explosionen am Mittwoch und Donnerstag eine Person getötet und 19 weitere Menschen verletzt worden. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte diese Angriffe für sich reklamiert.

Abzug der US-Truppen geplant

Die USA und die Taliban verhandeln seit Juli 2018 über eine politische Lösung des Konflikts. Der Krieg in Afghanistan ist der längste in der Geschichte der USA. Jüngst hatten die USA mit den militant-islamistischen Taliban eine siebentägige Deeskalationsphase vereinbart. Diese war vergangenen Samstag gestartet. Sollte sie positiv verlaufen und können die Taliban so Kontrolle über ihre Kämpfer und ihren Willen zu Frieden beweisen, hieß es aus Washington, sei für Samstag die Unterzeichnung eines Abkommens geplant.

Dieses soll den Abzug der US-Truppen aus dem Land einleiten. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien geben, dass das Land kein sicherer Hafen mehr für Terroristen ist und sie Friedensgespräche mit der Regierung in Kabul aufnehmen. (dpa/apa)