Angesichts zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland empfiehlt der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. "Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden", sagte er am Sonntag in Berlin.

Von solchen Absagen könnten unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte betroffen sein. Spahn sagte, oberstes Ziel sei es, die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. "Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen."

Unterdessen hat Frankreich, wo die Zahl der Coronoavirus-Fälle die 1000er Marke überschritten hat, alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern verboten.Die Behörden meldeten 1126 Erkrankte, um 177 mehr als am Samstag. Die Zahl der Covid-19-Toten stieg von 16 auf 19.

Erstmals deutscher Staatsbürger an Coronavirus gestorben

Erstmals ist ein deutscher Staatsbürger nachweislich am neuartigen Coronavirus gestorben. Es handle sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Es ist zugleich der erste bekannte Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 in Afrika.

In Deutschland selbst hat es bisher noch keinen bestätigten Covid-19-Todesfall gegeben, obwohl die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen im bevölkerungsreichsten europäischen Land am Sonntag auf 947 stieg. Es gab am Sonntagabend insgesamt 100 Erkrankte als am Sonntagvormittag und 152 Fälle mehr als am Samstagnachmittag. Die größte Steigerung der Fallzahl gab es in Bayern, wo die Zahl seit Samstag von 67 auf 200 anstieg. (apa/dpa/Reuters/afp)