Der sudanesische Ministerpräsident Abdullah Hamdok ist einem Anschlag auf seinen Konvoi unverletzt entkommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Suna meldete am Montag, Hamdok gehe es gut. Er sei an einem sicheren Ort, nachdem sein Konvoi in der Früh in Khartum Ziel eines Anschlagsversuchs war.

Nach Angaben von Augenzeugen wurden mehrere Fahrzeuge bei der Explosion beschädigt. Zunächst war unbekannt, ob es Tote oder Verletzte gab. Auch die Hintergründe des Anschlags waren vorerst unklar.

Aufnahmen in regionalen TV-Sendern und in den sozialen Medien zeigten Bilder stark beschädigter Stadtgeländewagen (SUVs). Drei Augenzeugen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, der Konvoi sei offenbar von oben angegriffen worden. Der Vorfall habe sich in der Nähe einer Brückenauffahrt ereignet, die vom Norden der Stadt ins Zentrum führt, wo Hamdoks Büro liegt.

Der Sudan war fast 30 Jahre lang von Omar al-Bashir mit harter Hand regiert worden. Der Langzeit-Machthaber wurde im April vergangenen Jahres durch Massenproteste und einen Militärputsch aus dem Amt getrieben. Im Juli einigten sich das Militär und die zivile Opposition auf eine Übergangsregierung, die den Weg zu Wahlen binnen drei Jahren ebnen soll.

Das Land im Nordosten Afrikas wird nun von einem Souveränen Rat aus Militärs und Zivilisten sowie einem Kabinett regiert. Hamdok gehört als Wirtschaftswissenschaftler zu der Gruppe der Zvilisten. Es befindet sich in einem schwierigen Übergangsprozess hin zur Demokratie mit noch unsicherem Ausgang. Der Sudan mit 42 Millionen Einwohnern gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt (apa, reuters, red)