Nach dem angekündigten Zahlungsstopp der USA will China der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit 30 Millionen US-Dollar unter die Arme greifen. Wie der chinesische Staatssender CCTV am Donnerstag berichtete, kündigte ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums die Unterstützung an.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus ist es bereits die zweite Zahlung der Chinesen an die WHO. Bereits im März hatte Peking angekündigt, 20 Millionen Dollar an die Organisation zu spenden. Das Geld werde eingesetzt, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen und die Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern zu unterstützen, berichtete CCTV.

China weist Vertuschungsvorwürfe zurück

Der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, hat Vorwürfe der Vertuschung in der Corona-Pandemie durch sein Land zurückgewiesen. Den USA warf er am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin" vor, zuletzt "eine Reihe von Verschwörungstheorien" gegen China gestartet zu haben. Dabei handle es sich "um ein Ablenkungsmanöver, um eigene Verantwortung wegzuschieben".

Dies sei "nicht konstruktiv" - "Verschwörungstheorien" sowie eine "Politisierung" der Krise könnten das Virus nicht besiegen, sagte der Diplomat. China war in der Frage nach dem Ursprung des Coronavirus in den vergangenen Tagen zunehmend unter Druck geraten. Insbesondere die USA werfen Peking vor, zu spät über die Verbreitung des neuen Erregers informiert zu haben. Die US-Regierung schließt nicht aus, dass das Virus nicht wie von den chinesischen Behörden angegeben von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen überging, sondern aus einem außerhalb der Millionen-Metropole gelegenen Labor stammt.

Botschafter Wu sagte im ZDF, die Frage, woher das Virus komme, könnten nur Wissenschafter beantworten. "Politiker sollten das nicht machen", fügte er hinzu. Im Institut für Virologie in Wuhan gebe es höchste Sicherheitsvorkehrungen; dessen Direktor habe zudem versichert, dass es keine Corona-Infektion unter den Mitarbeitern gebe.

Wu wies auch Vorwürfe zurück, China habe die Ausbreitung des Virus anfangs vertuschen wollen. Sein Land habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits frühzeitig im Dezember vergangenen Jahres informiert und ab Jänner dann regelmäßig die Weltöffentlichkeit. Auf Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung zum Ursprung des Virus sagte der Botschafter, China arbeite mit allen Seiten eng zusammen und habe kein Problem, dies auch weiterhin zu tun. "China hat nichts zu vertuschen."

Australien fordert unabhängige Gesundheitsexperten

Der australische Premierminister Scott Morrison hat sich dafür ausgesprochen, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit ähnlichen Befugnissen ausgestattet wird wie UNO-Waffeninspektoren. WHO-Mitgliedstaaten sollten verpflichtet werden, unabhängige Gesundheitsexperten auf ihrem Staatsgebiet zu Ermittlungen bei neuen Virusausbrüchen zuzulassen, sagte Morrison am Donnerstag vor Journalisten.

Dies sollte zur Bedingung für eine WHO-Mitgliedschaft werden. "Wenn man Mitglied einer Organisation wie der WHO wird, sollte dies mit Verpflichtungen und Verantwortung verbunden sein", sagte der Premier weiter. Es Experten zu ermöglichen, wie "Waffeninspektoren" schnell Untersuchungen vorzunehmen, könne Leben retten. "Ich denke, dass die Menschen lieber früher als später wissen möchten, was mit einem besonders gefährlichen Virus passiert, das das Potenzial hat, das zu tun, was dieses Virus der Welt angetan hat", sagte Morrison.

Der australische Premier soll die Forderung in den vergangenen Tagen bei mehreren Telefonaten mit Staats- und Regierungschefs gestellt haben, darunter mit US-Präsident Donald Trump. (apa, reuters, afp, dpa)