Das schwer von der Corona-Pandemie getroffene Dschibuti hat seine umstrittenen Pläne, die wegen des neuartigen Virus verhängte Ausgangssperre aus wirtschaftlichen Gründen zu lockern, im letzten Moment gestoppt. Die Bedingungen für eine Lockerung seien noch nicht erreicht, teilte Außenminister Mahmud Ali Yussuf am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Über diesen Kanal hatte er zuvor angekündigt, die Corona-Beschränkungen von Montag an schrittweise zurückzufahren. Das kleine Land in Ostafrika hat die höchste Infektionsrate auf dem afrikanischen Kontinent. Trotzdem wollte die Regierung das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder in Gang setzen. "Es steht viel auf dem Spiel", räumte Yussuf bereits bei der ursprünglichen Ankündigung der Lockerungen ein. "Doch es gibt keine andere Option: Die Menschen müssen ihren Lebensunterhalt bestreiten und zur Arbeit gehen."

Später nahm der Außenminister diese Ankündigung wieder zurück: "Die Regierung hat entschieden, die Ausgangssperre um eine weitere Woche bis zum 17. Mai zu verlängern", verkündete er auf Twitter. Am 23. März hatte die Regierung in Dschibuti eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Seither herrscht in der kleinen Küstennation wirtschaftlicher Stillstand.

In dem strategisch wichtigen Staat am Horn von Afrika wurden laut der Johns-Hopkins-Universität bisher knapp 1.200 Infektionsfälle mit dem Coronavirus nachgewiesen, drei Menschen starben. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat das Land, in dem die französische sowie die US-Armee große Militärbasen haben, nach Angaben der afrikanischen Zentren für die Kontrolle von Krankheiten und Infektionen damit die höchste Ansteckungsquote. Allerdings wird in Dschibuti im Vergleich zu den Nachbarländern auch mehr getestet. (apa/afp)