Kreuzfahrtschiffe dürfen wegen der globalen Corona-Pandemie auch die nächsten Monate nicht in Australien anlegen. Die Grenzschutzbehörde teilte am Freitag mit, dass das Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 100 Passagieren um weitere drei Monate bis zum 17. September verlängert werde. Auch Rundreisen auf Kreuzfahrtschiffen in australischen Gewässern sind weiter untersagt.

Australien hatte die Restriktionen am 27. März in Kraft gesetzt. Zu der Zeit hatten sich 28 internationale Kreuzfahrtschiffe in Australien befunden, doch alle habe die Gewässer des Landes inzwischen verlassen. Australien zählt 7.081 bestätigte Infektionen mit dem Virus, wovon nur noch 509 aktiv sind. 101 Menschen starben.

Das Schiff "Ruby Princess" gilt als Hauptüberträger für das Virus in Australien

 Australien arbeitet noch immer die Untersuchungen zum Kreuzfahrtschiff "Ruby Princess" auf, und hat auch die Blackbox des Schiffes beschlagnahmt. Denn von dem Schiff sind am 19. März fast 2.700 Passagiere in Sydney ohne gründliche Gesundheitschecks oder Isolation von Bord gegangen.

Gesundheitsbehörden sehen in diesem Vorgang die größte Quelle von Infektionen in Australien mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.Konkret vermuten die Behörden einen Zusammenhang zwischen der "Ruby Princess" und mehr als 600 Fällen sowie 15 Toten, darunter auch Passagieren. Zwischen der Regierung Australiens und der des Bundesstaates hat dies zu einem Streit über die Verantwortung für das Debakel geführt. Es werde aber auch geprüft, ob die Schiffsbesatzung "transparent" über die Lage an Bord berichtet habe, hatte Fuller am Wochenende gesagt. Dafür werde die Kommunikationskette überprüft, sagte er am Donnerstag.

Das Schiff hatte am 8. März nach elf Tagen auf See in Sydney angelegt. Die Passagiere durften Tage später dann von Bord gehen - trotz Berichten, dass zuvor mehr als 100 von ihnen während einer Kreuzfahrt um Neuseeland erkrankt seien. In Australien stammen etwa 25 Prozent der bisher mehr als 5.500 bestätigten Coronavirus-Fälle sowie ein Viertel der bisher 30 Toten von Kreuzfahrtschiffen. (apa,dpa)