Nach der überraschenden Ankündigung der Islamistenmiliz, während der Feiern zum Ende des Ramadan von Sonntag an sämtliche Angriffe vorübergehend einzustellen, hat Präsident Ashraf Ghani am Sonntag die Freilassung von bis zu 2000 gefangenen Taliban-Kämpfern angekündigt und sich zu sofortigen Friedensgesprächen bereit erklärt.

Ghanis Sprecher erklärte im Onlinedienst Twitter, als "Geste des guten Willens" sollten bis zu 2000 inhaftierte Taliban-Kämpfer freigelassen werden. Auf diese Weise solle "der Erfolg des Friedensprozesses sichergestellt werden". Ghani hatte zuvor erklärt, eine Regierungsdelegation stehe zur sofortigen Aufnahme von Friedensgesprächen mit den Aufständischen bereit.

Feuerpause in Aussicht

Die Taliban hatten am Samstag angekündigt, während der Eid-al-Fitr-Feiertage auf "offensive Einsätze gegen den Feind" zu verzichten. Ghani begrüßte die Initiative umgehend und kündigte ebenfalls eine Feuerpause an.

Die Vereinigten Staaten und die Taliban hatten sich Ende Februar auf einen Teilabzug der US-Truppen verständigt. Das Abkommen zwischen beiden Seiten sieht zudem vor, dass bis zu 5.000 gefangene Taliban-Kämpfer und bis zu 1000 verschleppte afghanische Soldaten freikommen. Danach sollen innerafghanische Friedensverhandlungen beginnen. Kabul hat bisher rund 1.000 inhaftierte Taliban-Kämpfer auf freien Fuß gesetzt, während die Islamistenmiliz etwa 3.000 afghanische Sicherheitskräfte freiließ.