Nach dem Zwischenfall an der chinesisch-indischen Grenze mit mehreren Toten ist die Regierung in Peking um Deeskalation bemüht. China wolle keine weiteren Zusammenstöße, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch. Beide Länder versuchten den Konflikt über einen Dialog zu lösen. Derzeit sei die Lage an der Grenze im Himalaya stabil und unter Kontrolle.

In Indien stand eine offizielle Stellungnahme noch aus. Nach dem Tod von mindestens 20 indischen Soldaten kritisierten Gegner von Ministerpräsident Narendra Modi dessen Schweigen.

Zu dem tödlichen Zwischenfall kam es nach indischer Darstellung am Montag im entlegenen Tal Galwan bei einer Schlägerei zwischen Soldaten beider Atommächte. Demnach seien chinesische Soldaten mit Schlagstöcken und Steinen auf die indischen Soldaten losgegangen. Auch chinesische Soldaten sollen getötet worden sein. In indischen Medien wurde der Zwischenfall breit berichtet. "Indien muss zurückschlagen", schrieb die "Times of India".

Satellitenaufnahme des Galwan Tals in Indien. - © APAweb / reuters, Planet Labs
Satellitenaufnahme des Galwan Tals in Indien. - © APAweb / reuters, Planet Labs

China und Indien hatten sich 1962 einen kurzen Grenzkrieg geliefert. Sie haben die Streitigkeiten über den Grenzverlauf seither nicht beigelegt. (reuters)