Die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter geraten im Zusammenhang mit der Rassismusdebatte in den USA immer mehr unter Druck. Nun will der Konsumgüterhersteller Unilever in den USA auf beiden Plattformen keine Werbung mehr schalten - zumindest für den Rest des Jahres. Das kündigte der Unilever-Medienverantwortliche Luis Di Como in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" (Freitag) an.

Es müsse mehr gegen Hasskommentare getan werden, gerade bei der derzeitigen Polarisierung der Gesellschaft sowie den bevorstehenden US-Wahlen. Der Werbestopp betreffe auch die zu Facebook gehörende Plattform Instagram, kündigte Unilever zudem an.

Die Liste der Unternehmen, die Facebook boykottieren, wird damit immer länger. Dazu gehören etwa Verizon, North Face oder Eddie Bauer.

Standards werden erhöht

Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigte an, künftig stärker gegen Hassnachrichten vorgehen und Falschmeldungen vor den US-Präsidentschaftswahlen löschen zu wollen. Inkorrekte Inhalte, die Menschen in den drei Tagen direkt vor der Abstimmung im November vom Wählen abhalten sollen, würden entfernt.

Außerdem würden die Standards für Werbung erhöht, um auch dort abwertende und hasserfüllte Botschaften bezüglich ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Vorlieben zu blockieren. Zuckerberg kündigte zudem an, einige Facebook-Inhalte, die eigentlich gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks verstoßen, aber zum Beispiel aufgrund eines Prominenten Absenders nachrichtenrelevant sind, künftig mit Hinweisen zu flankieren. "Ich stehe gegen Hass und alles, was zu Gewalt anstachelt", so Zuckerberg.

Facebook war erst vor wenigen Wochen heftig kritisiert worden, weil das Netzwerk umstrittene Äußerungen von US-Präsident Donald Trump nicht von der Plattform nahm oder als problematisch markierte. Zuckerberg hatte die Äußerungen persönlich verurteilt, aber gleichzeitig erklärt, dass sie im öffentlichen Interesse weiter zugängig sein müssten. (apa/dpa)