Der Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai ist auf Basis des neuen chinesischen Sicherheitsgesetzes festgenommen worden. Dem Millionär wird einem Mitarbeiter zufolge Verschwörung mit fremden Mächten vorgeworfen. Das verlautete am Montag aus Polizeikreisen in der chinesischen Sonderverwaltungszone sowie aus dem Umfeld des Unternehmers. Lai ist eine führende Figur der Hongkonger Demokratiebewegung. Unter anderem  nannte Lai  Chinas Staatschef Xi Jinping einen Diktator.

Laut Polizeiangaben wurden insgesamt sieben Personen festgenommen. Alle stünden in Verdacht, gegen das neue Sicherheitsgesetz verstoßen zu haben. Es handle sich um Männer aus der Stadt im Alter von 39 bis 72 Jahren, so die Polizei. Die Operation sei noch im Gang, weitere Festnahmen wären möglich.

Lebenslange Haft möglich

Die chinesische Regierung hat das Sicherheitsgesetz im Juni durchgesetzt. Es gilt als Einschnitt in die Autonomie der Finanzmetropole, die ihr bei der Übergabe an China 1997 nach dem Prinzip "Ein Land - zwei Systeme" für mindestens 50 Jahre zugesagt worden war. Das Gesetz sieht lebenslange Haft als Höchststrafe für zahlreiche Vergehen vor, die Chinas Behörden als Subversion, Abspaltung und Terrorismus werten.

Laut "South China Morning Post" sind für Montag insgesamt rund zehn Verhaftungen geplant. Bis zur jetzigen Razzia waren 15 Personen wegen des neuen Gesetzes verhaftet worden, unter anderem wegen Veröffentlichungen in Internet-Netzwerken.(apa)