Als erster arabischer Staat hat das Sultanat Oman die Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) begrüßt. Dies werde hoffentlich zu einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten führen, teilte das Außenministerium des Landes am Freitag mit.

Ein Sprecher des Ministeriums habe die Vereinbarungen als "historisch" bezeichnet, meldet die staatliche Nachrichtenagentur ONA. Die Emirate und Israel steuern unter US-Vermittlung auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu, wie die drei Länder ankündigten.

Türkei ist empört

Das türkische Außenministerium hat die VAE wegen der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel scharf kritisiert. Mit der Einigung hätten die VAE die Interessen der Palästinenser verraten, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums am Freitag.

Die Menschen in der Region würden das heuchlerische Verhalten der Emirate niemals vergessen oder vergeben. Auch der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, kritisierte die Einigung auf Twitter.

"Diese dreiseitige Erklärung kann nicht im entferntesten glaubhaft machen, die Sache der Palästinenser zu unterstützen", erklärte das türkische Außenministerium. Es sei extrem besorgniserregend, dass die VAE einseitig den von der Arabischen Liga entwickelten Friedensplan zu untergraben versuchten. Die Türkei bestärkte die Palästinenser-Führung in ihrem Protest gegen die Vereinbarung. Auch aus dem Iran war bereits Kritik daran laut geworden.

Druck auf den Iran steigt

Das Abkommen verstärkt den Druck auf den Iran, der von den USA, Israel und den VAE als Hauptbedrohung in der Region angesehen wird. Israel und die Emirate hatten sich in einem historischen Schritt überraschend auf das Abkommen verständigt. Die beiden Staaten wollen ihre Beziehungen normalisieren, wie es in einer am Donnerstag von US-Präsident Donald Trump veröffentlichten Erklärung der drei Länder hieß. Im Gegenzug setzt Israel demnach seine umstrittenen Annexionspläne im besetzten Westjordanland aus.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betonte zugleich, die Annexionspläne im besetzten Westjordanland seien nicht grundsätzlich vom Tisch. Sowohl bei israelischen Siedlern als auch bei der Palästinenserführung stieß das Abkommen auf Kritik. In der Palästinenserfrage kommt es immer wieder zu massivem Streit zwischen der Türkei und Israel.

Deutschland begrüßt Abkommen

Deutschlands Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) als einen historischen Schritt begrüßt. "Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein wichtiger Beitrag zum Frieden in der Region.

Es ist gut, dass die israelische Regierung ihre Annexionspläne suspendiert", teilte Maas am Freitag in Berlin nach einem Telefonat mit Israels Außenminister Gabi Ashkenazi mit.

"Wir hoffen, dass diese Einigung Ausgangspunkt für weitere positive Entwicklungen in der Region ist und auch dem Nahostfriedensprozess neuen Schwung verleihen kann", so Maas weiter. Deutschland halte daran fest, dass nur eine verhandelte Zweistaatenlösung für Israel und die Palästinenser dauerhaften Frieden im Nahen Osten bringen könne.

Gemeinsam mit Partnern in Europa und der Region habe sich die deutsche Bundesregierung in den vergangenen Monaten intensiv gegen eine Annexion im besetzten Westjordanland und für die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen eingesetzt. "Wir sind auch bereit, einen solchen Prozess tatkräftig zu unterstützen", so Maas.

"Mehr zeit für Frieden"

Die VAE selbst haben die Einigung als eine Chance für einen Frieden in Nahost verteidigt. In der Entscheidung zu dem Abkommen spiegle sich ein "dringend benötigter Realismus" wider, erklärte der VAE-Staatsminister für Auswärtiges, Anwar Gargash, am Freitag über Twitter.

Das Gespenst einer Annektierung palästinensischer Gebiete sei durch die Initiative des Kronprinzen von Abu Dhabi, Mohammed bin Zayed, zu dem Abkommen vertrieben worden, schrieb Gargash weiter. Die Chancen auf einen Frieden durch eine Zwei-Staaten-Lösung bekämen mehr Zeit.

Die Emirate sind nach Ägypten und Jordanien das dritte arabische Land, das diplomatische Beziehungen zu Israel aufnimmt. Die Palästinenser hatten das Abkommen als aggressives Vorgehen gegen das palästinensische Volk verurteilt und ihren Botschafter aus den VAE zurückgerufen. Das türkische Außenministerium kritisierte die Einigung am Freitag als Verrat an den Interessen der Palästinenser. Auch der Iran verurteilt das Abkommen scharf. (apa)