Zum ersten Mal seit Beginn der Proteste in Belarus haben Staatschef Alexander Lukaschenko und der russische Präsident Wladimir Putin ein persönliches Treffen verabredet. In einem Telefongespräch verständigten sich Putin und Lukaschenko auf eine Begegnung in den nächsten Wochen in Moskau, wie das russische Präsidialamt am Sonntag mitteilte. In dem Telefonat seien die beiden Politiker übereingekommen, dass die Beziehungen der Nachbarländer gestärkt und die Zusammenarbeit ausgebaut werden solle. Putin hatte Lukaschenko diese Woche angeboten, eine Polizeitruppe nach Belarus zu entsenden, wenn die Unruhen dort außer Kontrolle geraten sollten.

In Belarus gibt es anhaltende Proteste gegen die Präsidentenwahl vor drei Wochen, bei der sich Lukaschenko zum klaren Sieger erklärte. Die Opposition wirft ihm Wahlbetrug vor. Der 66-Jährige regiert die früher als Weißrussland bezeichnete Ex-Sowjetrepublik zwischen Russland und dem Nato- und EU-Land Polen seit 1994 autoritär. In der Krise hatte Lukaschenko wieder verstärkt Kontakt zu Putin gesucht, nachdem sich die Beziehungen zwischen den Politikern zuvor abgekühlt hatten.  (Reuters)