US-Präsident Donald Trump hat den wegen Mordes angeklagten 17-Jährigen, der bei Protesten in Kenosha um sich geschossen hat, in Schutz genommen. "Er hat versucht, von ihnen wegzukommen und dann ist er gefallen und dann haben sie ihn sehr heftig angegriffen", sagte Trump am Montag zu dem Vorfall. "Ich denke, er war in großer Not, er wäre wahrscheinlich getötet worden."

Der 17-jährige Kyle Rittenhouse schoss bei Protesten mit einem Sturmgewehr auf drei Demonstranten, zwei starben. Rittenhouse wurde als Erwachsener wegen zwei Mordfällen ersten Grades und eines Mordversuchs angeklagt. Sein Anwalt hat angekündigt, er werde auf Notwehr plädieren.

Trumps Reise nach Kenosha

Trump wird am Dienstag in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin erwartet.  Er wird voraussichtlich nicht mit der Familie von Jacob Blake zusammentreffen. Trumps Besuchsprogramm sehe laut aktuellem Stand ein Besuch der Angehörigen Blakes nicht vor, sagte am Montag die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany.

Der Präsident sagte nun, er habe bisher nicht mit Angehörigen Blakes gesprochen, jedoch mit dem Pastor der Familie. Dieser sei ein "wunderbarer Mann". Blakes Familie wolle aber, dass bei einem Gespräch mit ihm - Trump - ein Anwalt zugegen sei, sagte der Präsident. Dies halte er nicht für "angemessen".

"Aufruhr und Anarchie"

Vor dem Hintergrund von Trumps zentralem Wahlkampfthema Recht und Ordnung lehnte der republikanische Präsident ab, die Gewalttaten seiner Anhänger zu verurteilen und wirft den "linken Demokraten" vor, "Aufruhr und Anarchie" im Land zu schüren. In einem Amerika unter Joe Biden gebe es keine Sicherheit.

Der Demokrat Biden, Trumps Herausforderer bei den Wahlen am 3. November, zeichnet Trump für die Gewalt im Land verantwortlich. "Dieser Präsident hat vor langer Zeit jede moralische Führung in diesem Land eingebüßt", sagte Biden während eines Wahlkampfauftritts in Pittsburgh am Montag. "Er kann die Gewalt nicht aufhalten - weil er sie jahrelang geschürt hat." (reuters)