Die Türkei und Griechenland werden nach Angaben von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg Gespräche zur Reduzierung des Risikos von militärischen Zwischenfällen im östlichen Mittelmeer beginnen. Der im Bündnis geplante Dialog solle Mechanismen zur militärischen Deeskalation schaffen, erklärte der Norweger am Donnerstagabend in Brüssel.
Grund für die Gespräche ist der seit Wochen immer weiter eskalierende Streit zwischen den NATO-Partnern um Erdgas im Mittelmeer. Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe hingegen zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

Griechenland dementiert Gesprächsvorhaben

Zwar sei man bereit zu solchen Gesprächen, sie setzten aber voraus, dass zunächst alle türkischen Schiffe aus der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Griechenlands abgezogen würden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstagabend aus Kreisen des Außenministeriums erfuhr. Zuvor hatten griechische Medien unter Berufung auf diplomatische Quellen in Athen berichtet.

Das Dementi kam kurz nach einer Ankündigung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, wonach beide NATO-Staaten im Rahmen der Allianz zu Gesprächen zur Konfliktentschärfung bereit seien. Eine NATO-Sprecherin äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu den Aussagen aus Athen. Sie verwies nur darauf, dass es bereits am Donnerstag ein technisches Treffen zwischen der Türkei und Griechenland in der NATO-Zentrale in Brüssel gegeben habe.
Im Zuge von Militärmanövern in dem Seegebiet war es zuletzt sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen. Die Türkei wirft Griechenland vor, für den Zusammenstoß verantwortlich zu sein.
NATO-Generalsekretär Stoltenberg versucht wie die Bundesregierung in dem Streit zu vermitteln. Er hatte deswegen zuletzt mehrfach mit Spitzenpolitikern beider Seiten gesprochen. (apa/dpa)