Papst Franziskus wird im Oktober eine Enzyklika unterzeichnen. Sie dürfte die Coronakrise und eine globale Neuorientierung nach der Pandemie zum Inhalt haben. Das Lehrschreiben mit dem Titel "Fratelli tutti" (Alle Brüder) soll vom Papst am 3. Oktober im Kloster von Assisi unterzeichnet werden. Der Untertitel des Schreibens soll lauten: "Sulla fraternita e l'amicizia sociale" (Über Brüderlichkeit und soziale Freundschaft).

Der Vatikan bestätigte damit entsprechende Medienberichte der vergangenen Tage, die von einer Veröffentlichung Anfang Oktober ausgegangen waren. Demnach handelt es sich um ein Grundsatzdokument für eine globale Neuorientierung nach der Corona-Pandemie. Es ist die dritte Enzyklika des seit 2013 amtierenden Papstes.

Erste Reise

Der Papst werde am Nachmittag zunächst eine Messe am Grab des heiligen Franziskus (1182-1226) feiern und das Dokument im Anschluss unterschreiben. Es handle sich wegen der Pandemie um eine private Zeremonie unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das heißt, dass auch keine Pilger zugelassen sind. Es wäre voraussichtlich die erste Reise des 83-jährigen Franziskus seit der Corona-Pandemie-Pause.

Eine Enzyklika ist ein an die Bischöfe und die Gläubigen gerichtetes, richtungweisendes Schreiben. Thematisch geht es in solchen Papieren um Glaubens- und Sittenlehre, um Sozial-, Staats-und Wirtschaftslehre oder um Kirchenpolitik. Franziskus hatte bereits 2013 und 2015 solche Schreiben veröffentlicht.

Soziales und wirtschaftliches Umdenken

Spekulationen zufolge befasst sich das Lehrschreiben mit einem sozialen und wirtschaftlichen Umdenken nach der Covidkrise. Zudem werbe es für Brüderlichkeit in der Welt und sozialen Zusammenhalt, Multilateralismus, internationale Solidarität mit Benachteiligten und eine ökologische Wende.

Die Stadt Assisi liegt rund zwei Autostunden nordöstlich von Rom in Umbrien. Sie ist die Heimat des Franziskaner-Ordens. Assisi ist auch der Geburtsort des heiligen Franz von Assisi, des Namensgebers des Papstes. Geplant sei auch eine Messe am Grab des Heiligen Franziskus, hieß es. Der Papst hatte im März wegen des Corona-Ausbruchs seine Reisetätigkeit gestoppt. (apa, dpa)