Angesichts zunehmender Spannungen hat Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen die Führung in Peking vor weiteren Luftmanövern gewarnt. Beim Besuch eines Militärstützpunkts auf den Penghu-Inseln sagte Tsai am Dienstag, ihre Nation werde es anderen Staaten nicht gestatten, im taiwanesischen Luftraum mit Militärmanövern "anzugeben". Sie habe Vertrauen in die Entschlossenheit der Luftwaffe, den heimischen Luftraum zu schützen.

 Damit zielte die Präsidentin auf Übungen der chinesischen Volksbefreiungsarmee ab, die sich zuletzt rund um Taiwan gehäuft hatten. Allein seit Donnerstag drangen Kampfjets und Bomber Chinas vier Mal in die Luftverteidigungszone Taiwans ein. Peking betrachtet die Inselrepublik als Teil der Volksrepublik. Die Übungen seien eine "notwendige Reaktion" auf den erneuten Besuch eines US-Vertreters in Taiwan.

Nach der "Ein-China-Doktrin" der chinesischen Führung darf eigentlich kein Staat, der diplomatische Beziehungen zu Peking unterhält, offizielle Kontakte zu Taiwan pflegen. Ein hoher Vertreter des US-Außenministeriums hatte vergangene Woche bei einem Besuch in Taiwan auch Tsai getroffen. Im August war US-Gesundheitsminister Alex Azar als höchstrangiger US-Vertreter seit Jahrzehnten zu Besuch. (apa, dpa)