Kuwait-Stadt. Der Emir von Kuwait, der den ölreichen Staat am Persischen Golf seit 2006 regierte, ist tot. Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah starb am Dienstag im Alter von 91 Jahren, wie der königliche Hof der Nachrichtenagentur KUNA mitteilte. Sein bereits designierter Nachfolger ist sein 83-jähriger Bruder, Kronprinz Scheich Nawaf al-Ahmad al-Sabah.

Der nun verstorbene Emir war in den vergangenen Jahren oft zu medizinischen Behandlungen in den USA. Im Jahr 2000 war ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden, 2007 wurde er in den USA nach Medienberichten zudem erfolgreich an den Harnwegen operiert. Auch diesen Sommer war er im Juli zu einer Weiterbehandlung in den USA nach einer Operation in Kuwait. Zu "einigen ärztlichen Untersuchungen", wie es hieß. Er sei nach der "erfolgreichen" Operation "bei guter Gesundheit". Details zu seinem Gesundheitszustand oder möglichen Beschwerden blieben aber unter Verschluss.

Scheich Sabah diente seit 2006 als Staatsoberhaupt von Kuwait, das an den Irak und Saudi-Arabien grenzt. Zuvor war er Ministerpräsident und vier Jahrzehnte Außenminister. Das Land hatte schon vor seinem Aufstieg zum Emir den Ruf, als Mediator bei Konflikten in arabischen und muslimisch geprägten Staaten aufzutreten. Als Emir bemühte sich Sabah vor allem in der diplomatischen Krise zwischen einem Bündnis um Saudi-Arabien und Katar seit 2017. Zudem organisierte er Geberkonferenzen für Konfliktländer wie Syrien und den Irak.