Wenn die Aktivität auf Twitter ein Indiz für den Gesundheitszustand des US-Präsidenten ist, dann befindet sich der mit Covid-19 infizierte US-Präsident am Weg der Besserung.Am frühen Montagmorgen setzte er innerhalb von einer Stunde insgesamt 18 Tweets ab, 16 davon innerhalb einer halben Stunde. Seine Nachrichten waren zum Großteil in Großbuchstaben verfasst und beinhalteten Aufrufe zur Wahl am 3. November und Argumente, die dabei seiner Ansicht nach für ihn sprechen

Trump schrieb zum Beispiel: "Recht und Ordnung. Wählen!" oder "Stärkstes Militär aller Zeiten. Wählen!" Nach Bekanntwerden seine Infektion mit dem Coronavirus am Freitag hatte der US-Präsident vergleichsweise wenig getwittert.

Auch nach Angaben von dessen Stabschef Mark Meadows hat sich Trumps Zustand verbessert. "Wir sind weiterhin optimistisch, dass er im Laufe des Tages ins Weiße Haus zurückkehren kann", erklärte Meadows am Montag gegenüber dem Sender Fox News. "Er hat sich über Nacht weiter gebessert und ist bereit, zu einem normalen Arbeitsplan zurückzukehren." Das kontratiert allerdings mit Medinberichten, wonach Trumps Gesundheitszustand nicht so gut ist wie von seinem engsten Kreis verlautbart.

Auch nach Angaben von dessen Stabschef Mark Meadows hat sich Trumps Zustand verbessert. "Wir sind weiterhin optimistisch, dass er im Laufe des Tages ins Weiße Haus zurückkehren kann", erklärte Meadows am Montag gegenüber dem Sender Fox News. "Er hat sich über Nacht weiter gebessert und ist bereit, zu einem normalen Arbeitsplan zurückzukehren." Das kontratiert allerdings mit Medinberichten, wonach Trumps Gesundheitszustand nicht so gut ist wie von seinem engsten kreis verlautbart.

In der Früh (Ortszeit) stünden Besprechungen mit den Ärzten auf dem Programm, um weitere Beurteilungen vorzunehmen, hieß es weiter. Trump war am Freitagabend in das Walter-Reed-Militärkrankenhaus nördlich von Washington gebracht worden, nachdem die Sauerstoffsättigung seines Blutes abgefallen war.

Demonstrativ hat Trump hat seinen Anhängern am Sonntag außerhalb des Krankenhauses einen Überraschungsbesuch abgestattet. Aus einem schwarzen SUV heraus winkte Trump seinen Fans am Sonntag in Bethesda nördlich von Washington zu, wie auf einem Video auf Twitter zu sehen war.

Trump trug im Inneren des Wagens, in dem mindestens zwei weitere Personen saßen, eine Maske. In einer zuvor aufgenommenen Videobotschaft, die später auf Trumps Twitter-Profil veröffentlicht wurde, sagte der Präsident: "Ich mache gleich einen kleinen Überraschungsbesuch." Er lobte die "großartigen Patrioten" außerhalb des Krankenhauses.

"Verantwortungslosigkeit ist erstaunlich"

Ein Arzt am Walter-Reed-Militärkrankenhaus nördlich von Washington hat den kurzen Ausflug des mit dem Coronavirus infizierten US-Präsidenten Donald Trump heftig kritisiert. "Die Verantwortungslosigkeit ist erstaunlich", schrieb der Mediziner James P. Phillips auf Twitter und sprach von einem "politischen Theater", das andere in Lebensgefahr bringe.

"Jede einzelne Person in dem Fahrzeug während dieser völlig unnötigen präsidentiellen Vorbeifahrt muss jetzt für 14 Tage in Quarantäne. Sie könnten krank werden, sie können sterben. Für politisches Theater. Befohlen von Trump, um ihre Leben für Theater zu riskieren. Das ist Wahnsinn", schrieb Phillips.

In einem Gespräch mit der "New York Times" sagte Phillips am Sonntagabend, es stelle sich die beunruhigende Frage, ob Trump seine Ärzte anweise. "Wo endet das Arzt-Patienten-Verhältnis und beginnt das Oberkommandierender-Untergebener-Verhältnis, und wurde diesen Ärzten befohlen, dies zu ermöglichen?", fragte Phillips und bemerkte, dass mit der Fahrt alle Behandlungsregeln verletzt worden seien. "Als ich das zuerst sah, dachte ich, vielleicht wird er in eine andere Klinik gebracht", sagte er weiter.
U.S. Navy Commander Sean Conley, Leibarzt von US-Präsident Trump, bei einem Pressebriefing am Sonntagabend in Bethesda, Maryland. - © APAweb / reuters / Erin Scott
U.S. Navy Commander Sean Conley, Leibarzt von US-Präsident Trump, bei einem Pressebriefing am Sonntagabend in Bethesda, Maryland. - © APAweb / reuters / Erin Scott

Am Samstag hatte sich seine Ärzte zunächst "extrem" zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Erkrankung gezeigt. Trumps Zustand verbessere sich und dieser überlege bereits, wann er ins Weiße Haus zurückkehren könne, hatte es geheißen. Nur Minuten später sagte Trumps Stabschef Mark Meadows jedoch zu Journalisten, einige Werte von Trump seien in den vergangenen 24 Stunden besorgniserregend gewesen. Der Präsident sei noch nicht eindeutig auf dem Weg der Erholung. Meadows wollte zu diesem Zeitpunkt nicht namentlich zitiert werden. Einige Stunden später sagte Meadows dann Reuters, Trump gehe es sehr gut und die Ärzte seien mit seinen Vitalparametern sehr zufrieden. Auf die Diskrepanz seiner Aussagen ging er nicht ein. Laut einem Berater war der Präsident mit Meadows' erster Stellungnahme unzufrieden.

Rückfall in der Wählergunst

Unterdessen fiel Trump in der Wählergunst weiter zurück. Sein Herausforderer Biden lag einer Reuters/Ipsos-Erhebung https://polling.reuters.com vom Sonntag zufolge nunmehr USA-weit zehn Prozentpunkte vor Trump. Aufgrund des amerikanischen Wahlsystems sind landesweite Umfragen allerdings in ihrer Aussagekraft beschränkt.

Die jüngste Umfrage fand vom 2. bis 3. Oktober statt und damit nach der Nachricht von Trumps positivem Corona-Test. Demnach sind 65 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Trump vermutlich nicht erkrankt wäre, wenn er "das Coronavirus ernster genommen hätte". Die Umfrage zeigte auch eine zunehmende Unzufriedenheit über Trumps Maßnahmen gegen die Pandemie. Dieser Anteil stieg um drei Punkte auf 57 Prozent. Nur 34 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Trump zum Coronavirus die Wahrheit sagt.

Trump hatte in der Nacht auf Freitag einen positiven Corona-Test bekanntgegeben und wurde im Laufe des Tages in die Militärklinik verlegt. Auch First Lady Melanie und sein Wahlkampfchef Bill Stepien wurde positiv auf das Virus getestet, wie das Wahlkampfteam bestätigte. Aus Washington wurden in kurzer Folge weitere positive Corona-Tests bei Politikern und Prominenten gemeldet. Darunter waren drei Senatoren von Trumps Republikanischer Partei.

Kontrahent Biden Covid-negativ

Sein Konkurrent Joe Biden wurde am Freitag nach eigenen Angaben negativ getestet, ein weiterer Test war für Sonntag geplant. Trumps Wahlkampfteam kündigte unterdessen an, anstelle von Trump sollen Vize-Präsident Mike Pence und seine älteren Söhne Donald Jr. und Eric Wahlkampfauftritte übernehmen. Das TV-Duell zwischen Pence und Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris soll wie geplant am Mittwoch stattfinden. Am Tag danach, dem 8. Oktober, soll Pence einen ersten Wahlkampfauftritt für Trump in Peoria (Arizona) absolvieren. Während alle persönlichen Auftritte Trumps Republikaners bis auf Weiteres abgesagt wurden, setzte Biden (77) seinen Wahlkampf fort.

Sollte es Trump weiterhin so gut gehen wie am Sonntag, "hoffen wir, dass wir für eine Entlassung ins Weiße Haus bereits morgen planen können", sagte Brian Garibaldi, einer weiterer Arzt Trumps, am Sonntag vor dem Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda bei Washington. Die Behandlung könnte dann dort fortgesetzt werden.

Doch Sauerstoffzufuhr nötig

Trumps Leibarzt Sean Conley räumte ein, dass die Sauerstoffwerte des Präsidenten im Verlauf der Erkrankung zwei Mal gefallen seien. Der 74-Jährige war am Freitagabend per Hubschrauber in das Militärkrankenhaus gebracht worden - keine 24 Stunden nach seinem positiven Corona-Test. Conley sagte am Sonntag, am späten Freitagmorgen habe Trump hohes Fieber gehabt und die Sauerstoffsättigung seines Bluts sei unter 94 Prozent gesunken. "Angesichts dieser beiden Entwicklungen war ich besorgt über ein mögliches rasches Fortschreiten der Krankheit." Trump sei über rund eine Stunde hinweg zusätzlicher Sauerstoff verabreicht worden. Am Samstag sei Trumps Sauerstoffsättigung erneut auf rund 93 Prozent gefallen.

Auf die Frage, ob dem Präsidenten wieder Sauerstoff gegeben worden sei, sagte Conley, das müsse er das Pflegepersonal fragen. Wenn Covid-19 die Lunge angreift, wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt.

Garibaldi sagte, wegen des vorübergehenden Sauerstoffabfalls werde Trump zusätzlich zu den anderen Medikamenten das Steroid Dexamethason verabreicht. Auf die Frage, ob sich die Infektion auf Trumps Lungen ausgewirkt habe, sagte Conley: "Es gibt einige erwartete Befunde, aber nichts von größeren klinischen Bedenken."

Verstaltung im Rosengarten

Dooley sagte, alle Werte Trumps seien stabil. Trump habe am Samstag ohne Komplikationen seine zweite Infusion mit dem Medikament Remdesivir erhalten - es hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung nötig ist. Conley hatte eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir in Aussicht gestellt. Am Samstagabend hatte Conley erklärt, die Ärzte seien vorsichtig optimistisch. Trump sei aber noch nicht über den Berg.

Nach Trumps Infektion richtet sich der Fokus inzwischen besonders auf eine Veranstaltung des Präsidenten, bei denen viele der nun Infizierten waren: Die Vorstellung der konservativen Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für den freien Posten am Supreme Court am Samstag vor gut einer Woche im Rosengarten des Weißen Hauses. Dort versammelten sich auf engem Raum mehr als 100 Menschen. Auf Fotos und Videos ist zu sehen, dass wenige Masken trugen oder Abstand hielten. Teilnehmer umarmten sich oder schüttelten sich die Hände.

Zahlreiche Personen positiv

Bei mindestens acht Teilnehmern fielen seitdem Corona-Tests positiv aus: Neben dem Präsidenten und First Lady Melania Trump sind das die frühere Trump-Beraterin Kellyanne Conway, die Senatoren Mike Lee und Thom Tillis, der Präsident der katholischen Universität Notre Dame, John Jenkins, der frühere Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, sowie ein Reporter. Die Nachbesetzung des Richterpostens durch Barrett soll trotzdem planmäßig laufen.

Trump sagte in seiner Videobotschaft vom Samstagabend: "Als ich hierherkam, fühlte ich mich nicht so gut. Jetzt fühle ich mich viel besser." Seine Stimme klang etwas belegt und er wirkte leicht kurzatmig. "Ich muss zurückkommen, weil wir immer noch Amerika wieder groß machen müssen", sagte der Präsident in Anspielung auf sein Wahlkampf-Motto. "Ich denke, ich werde bald zurück sein."

Zugleich verteidigte Trump seine Vorgehensweise in den vergangenen Monaten, in denen er viele öffentliche Auftritte und Wahlkampfreisen absolvierte - und dabei oft auf Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen einer Maske verzichtete. "Ich hatte keine Wahl, ich konnte nicht einfach nur im Weißen Haus bleiben", sagte er. "Als Anführer muss man Probleme angehen." Mit Blick auf Präsidentenwahl sagte Trump, er wolle "den Wahlkampf so abschließen, wie er begonnen hat". (reuters/dpa/apa)