Russland schlägt eine bedingungslose Verlängerung des im Februar auslaufenden Neuen Start-Vertrags mit den USA zur Atomwaffenkontrolle um mindestens ein Jahr vor. Das Abkommen habe bisher gut funktioniert, sagte Präsident Wladimir Putin am Freitag bei einem Treffen mit dem nationalen Sicherheitsrat in Moskau. Es wäre "äußerst bedauerlich", wenn es nicht mehr wirksam wäre. Er schlage daher vor, den gegenwärtigen Vertrag ohne jede Vorbedingung für mindestens ein Jahr zu verlängern, sodass ernsthafte Verhandlungen über alle Probleme geführt werden könnten, sagte Putin.

Läuft der Vertrag aus, fallen alle Beschränkungen für den Einsatz strategischer Atomwaffen. Einem Wettrüsten zwischen USA und Russland stünde nichts mehr im Wege. Die beiden Staaten, die zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen besitzen, sind trotz mehrmonatiger Gespräche uneinig über eine Verlängerung des Abkommens. Die USA haben außerdem vorgeschlagen, China in den Vertrag mit aufzunehmen. Den aktuellen Vorstoß Putins wies der Nationale Sicherheitsberater der USA, Robert O'Brien, wies zurück. Dies sei eine "Null-Nummer".

Der sogenannte Neue Start-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty) wurde 2010 unterzeichnet und ist das letzte große Abkommen zwischen USA und Russland zur Kontrolle ihrer Atomwaffen. Er begrenzt die Zahl der stationierten strategischen Atomsprengköpfe auf je 1.550 und die Zahl der Trägersysteme auf je 800. (reu/dpa/apa)