Lokale Lockdowns, nächtliche Ausgangssperren und weitere Restriktionen: Steigende Infektionszahlen lassen etliche Länder und Regionen zu schärferen Corona-Maßnahmen greifen. So beginnt in Irland ab Mittwoch ein sechswöchiger Lockdown. Geschäfte, die nicht für die Grundversorgung nötig sind, bleiben geschlossen, Restaurants können Essen nur noch zum Mitnehmen anbieten, und die Bürger dürfen sich nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihren Wohnort aufhalten, kündigte Premierminister Micheal Martin an. Im Gegensatz zum ersten Lockdown zu Beginn des Ausbruchs der Pandemie bleiben die Schulen und wichtige Gewerbe wie das Baugewerbe allerdings geöffnet.

Anders als im Berchtesgadener Land. In dem bayerischen Landkreis direkt an der Grenze zu Salzburg ist bereits am Dienstag das öffentliche Leben für 14 Tage eingeschränkt worden. Dort schließen auch alle Schulen und Kindergärten, ebenso Gastronomiestätten, Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen. Alle Kontakte sollen auf ein absolutes Mindestmaß beschränkt werden. Haus und Wohnung dürfen nur aus triftigen Gründen wie Arbeit und Einkauf verlassen werden.

Andere Gebiete versuchen es mit Ausgangssperren. Dazu gehört die spanische Hauptstadtregion Madrid, die so etwas erwägt. Der in der Regionalregierung für das Gesundheitswesen zuständige Minister Enrique Ruiz Escudero nannte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Europa Press Frankreich als Vorbild für ein solches Vorgehen. Demnach könnte die Mobilität der Bürger für einige Stunden eingeschränkt werden, wie dies im Nachbarland mit der nächtlichen Ausgangssperre in Paris und weiteren Großstädten der Fall ist. Doch müsse die spanische Zentralregierung eine solche Sperre in Kraft setzen, da der Regionalregierung Madrid dazu die Kompetenzen fehlten.

Eine Million Fälle in Argentinien

Auch das Kabinett in Rom soll seine Zustimmung zu verschärften Maßnahmen geben. Das fordert die Lombardei, die ab Donnerstag ein nächtliches Ausgangsverbot zwischen 23 Uhr und 5 Uhr einführen möchte. Einkaufszentren sollen am Wochenende geschlossen bleiben. Die süditalienische Region Kampanien will diesem Beispiel folgen.

Außerhalb der EU macht die Ansteckungsrate Regierungen ebenfalls Sorgen. So meldete Russland mit mehr als 16.000 Corona-Neuinfektionen so viele wie nie zuvor. Allein in der Hauptstadt Moskau seien binnen 24 Stunden 4.999 weitere Ansteckungen festgestellt worden, teilten die Behörden am Dienstag mit. Landesweit beläuft sich die Gesamtzahl der nachgewiesenen Fälle damit auf mehr als 1,43 Millionen.

In der Zwischenzeit hat auch Argentinien die Marke von einer Million Coronavirus-Fällen durchbrochen - als fünftes Land nach den USA, Indien, Brasilien und eben Russland.

Allerdings verzeichnete Indien zuletzt mit 46.790 Ansteckungen binnen 24 Stunden die wenigsten Neuinfektionen seit rund drei Monaten. Insgesamt haben sich in dem Land fast 7,6 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.