Zwölf Tage vor der Wahl kommen am Donnerstagabend (Ortszeit/Freitag 3.00 MESZ) US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden zu ihrem zweiten und letzten TV-Duell zusammen. Bei der eineinhalbstündigen Debatte in Nashville im Bundesstaat Tennessee haben die Organisatoren neue Regeln erlassen, nachdem das erste TV-Duell vor allem wegen Trumps Unterbrechungen ins Chaos abgeglitten war.

So bleibt während des zweiminütigen Eingangsstatements eines Kandidaten zu Beginn eines Themenkomplexes das Mikrofon des Gegenkandidaten abgeschaltet.

Den Live Stream des Duells können Sie hier sehen:

Trump nennt Moderatorin "total parteiisch"

Trump warf der unabhängigen Kommission, die die Debatten organisiert, vor, auf Bidens Seite zu stehen. Die Moderatorin - die NBC-Journalistin Kristen Welker - nannte er "total parteiisch". Die 44-Jährige arbeitet als Korrespondentin im Weißen Haus in Washington.

Am Donnerstag hatte Trump auch ein Interview mit dem TV-Sender CBS vor dem Ausstrahlungstermin veröffentlicht und die kritischen Fragen der Interviewerin scharf verurteilt. Auf Twitter forderte Trump dazu auf, sich "die Voreingenommenheit, den Hass und die Unhöflichkeit" in dem knapp 38-minütigen Gespräch mit der renommierten CBS-Journalistin Lesley Stahl anzuschauen. Der Präsident beklagte sich auch erneut darüber, dass Biden von den US-Medien keine harten Fragen gestellt würden. "Ich habe alle seine Interviews gesehen. Ihm ist nie eine Frage gestellt worden, die schwierig war."

Die erste Debatte hatte Ende September stattgefunden. Ursprünglich waren drei Fernsehduelle geplant. Das zweite, bei dem der Republikaner Trump (74) und der Demokrat Biden (77) am 15. Oktober aufeinander treffen sollten, wurde jedoch abgesagt: Die Kommission hatte wegen Trumps Covid-19-Erkrankung das Format geändert und wollte die Kandidaten anstelle einer persönlichen Begegnung online zusammenschalten. Trump lehnte das ab.

Trump liegt in landesweiten Umfragen hinter Biden. Wegen des komplizierten Wahlsystems in den USA haben diese Befragungen aber begrenzte Aussagekraft. Die Wahl findet am 3. November statt. Nach bisherigem Stand haben rund 44 Millionen Wahlberechtigte vor der TV-Debatte bereits abgestimmt, das entspricht knapp 32 Prozent der Wahlbeteiligung von 2016.