84.218 Ansteckungen mit dem Coronavirus kamen binnen eines Tages am Freitag in den USA hinzu, wie aus einer Reuters-Erhebung aus offiziellen Daten hervorgeht. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 77.299 Fällen vom 16. Juli deutlich übertroffen. Allein in 16 Bundesstaaten gab es einen neuen Rekord, darunter fünf, die als entscheidend für die Wahl am 3. November gelten: Ohio, Michigan, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin. Die Zahl Covid-19-Patienten in Krankenhäusern stieg seit Anfang Oktober um 34 Prozent auf zuletzt über 41.000.

Wissenschaftlern zufolge könnte die Zahl der Corona-Toten in den USA die Marke von 500.000 übersteigen, wenn nicht fast alle Amerikaner Masken tragen. "Wir steuern auf eine sehr große Herbst/Winter-Welle zu", sagte Chris Murray vom Institute for Health Metrics and Evaluation an der University of Washington zu der jüngsten Schätzung. Die Zahl der Todesfälle könne um 130.000 sinken, wenn ein Anteil von 95 Prozent der Bevölkerung einen Mund-Nasen-Schutz tragen würde. Bisher sind in den USA 222.447 Menschen mit oder infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Mehr als zehn Millionen Corona-Infektionen in Asien

Asien hat als zweite Region auf der Welt nach Lateinamerika die Marke von zehn Millionen Corona-Infektionen überschritten. Das sind rund ein Viertel der global registrierten 42,1 Millionen Ansteckungen, wie aus einer Reuters-Erhebung aus offiziellen Daten hervorgeht. Experten vermuten allerdings eine hohe Dunkelziffer. Der Anteil bei den Todesfällen liegt mit mehr als 163.000 bei rund 14 Prozent. In Asien besonders betroffen von der Pandemie sind Indien, Bangladesch, Indonesien und die Philippinen. China und Neuseeland haben das Virus dagegen eindämmen, Japan eine beschleunigte Ausbreitung verhindern können. Allerdings haben sich die Neuinfektionszahlen in Indien und Bangladesch zuletzt etwas abgeschwächt.

Die chinesische Gesundheitsbehörde meldet 28 neue Coronavirusfälle nach 18 am Tag zuvor. Alle Infektionen seien eingeschleppt worden. Zudem gebe es 27 neue asymptomatische Fälle nach elf am Vortag.

Die Neuinfektionen in Mexiko steigen um 6604 auf insgesamt 880.775, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der Todesfälle steigt um 418 auf 88.312.

Mehr als 10.000 Corona-Tote in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut hat erstmals mehr als 14.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages in Deutschland gemeldet. Die am Samstag registrierte Zahl von 14.714 wäre eigentlich ein neuer Rekord, allerdings wurden wegen technischen Übermittlungsproblemen zwischen dem RKI sowie Gesundheitsämtern und Landesbehörden am Donnerstag einige Fälle nachgemeldet. Um wie viele Fälle es sich dabei handelt, war zunächst unklar. Insgesamt haben sich damit in Deutschland seit Beginn der Pandemie 418.005 Menschen mit dem neuartigen Virus angesteckt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle stieg dem RKI zufolge über die Marke von 10.000, sie erhöhte sich wie am Vortag um 49 auf nun 10.003. Als genesen gelten 314.100 Menschen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bezeichnete die Infektionslage als "dramatisch", warnte aber zugleich vor einem Herunterfahren der Wirtschaft. "Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben und ich halte ihn auch nicht für erforderlich", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es kommt auf entschiedenes Handeln an - dort, wo es notwendig ist." Altmaier machte zugleich Einschränkungen mit Blick auf die Wachstumsprognose der Regierung für das kommende Jahr: "Die positiven Konjunkturannahmen, die wir für das Jahr 2021 gemacht haben – also ein substanzielles Wachstum in der Größenordnung von mindestens vier Prozent - stehen natürlich unter dem Vorbehalt, dass es uns gelingt, die hohen Infektionszahlen wieder zu senken." Der Minister kündigte einen Vorschlag für neue Corona-Wirtschaftshilfen an.

RKI meldet fast 15.000 Neuinfektionen

Die Krankenhäuser sehen sich trotz der stark steigenden Infektionszahlen für die zweite Corona-Welle gut gerüstet. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, bezeichnet die aktuelle Situation als beherrschbar. "Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein", sagte Baum dem "Mannheimer Morgen". Zurzeit gebe es mehr als 8000 freie Intensivbetten, wobei durch Verschieben von nicht notwendigen Behandlungen weitere 10.000 Betten frei gemacht werden könnten. "Außerdem müssen nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden." Laut Baum werden derzeit 6000 Patienten in Krankenhäusern wegen Covid-19 behandelt, etwa 1000 davon liegen auf der Intensivstation. "Die Kapazitäten werden noch lange reichen, ehe es bedenklich wird." Damit die Lage in den nächsten Wochen und Monaten aber nicht außer Kontrolle gerate, sei insgesamt sehr viel Vorsicht und Einsatzbereitschaft gefordert.

Die Zahl der Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung war RKI-Daten zufolge zuletzt um 91 auf 1121 gestiegen. Knapp 500 davon werden beatmet.