Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Rücktritt seines Schwiegersohns Berat Albayrak als Finanzminister angenommen. Der Antrag "auf Freistellung von seinen Pflichten" sei vom Staatschef angenommen worden, hieß es am Montag in einer Erklärung der Präsidentschaft. Albayrak hatte am Sonntag wegen gesundheitlicher Probleme seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Die Türkei befindet sich inmitten einer schweren Währungskrise.

Bis Montag war unklar gewesen, ob Erdogan den Rücktritt seines Schwiegersohns annehmen würde. Als Anfang des Jahres Innenminister Süleyman Soylu seinen Rücktritt angekündigt hatte, nahm Erdogan diesen nicht an. Daraufhin zog Soylu seinen Rücktritt zurück - er ist bis heute Innenminister der Türkei.

Albayraks Rückzug folgte nur einen Tag nach der Entlassung des Chefs der türkischen Zentralbank, Murat Uysal. Uysals Entlassung und Albayraks Rücktritt fallen in eine Zeit, in der sich die türkische Lira auf einer Talfahrt befindet.

Die Lira verlor in den vergangenen Monaten dramatisch an Wert. Am Freitagabend wurden 8,52 türkische Lira für einen Dollar gehandelt. Seit Beginn des Jahres hat die türkische Währung damit fast 30 Prozent gegenüber dem US-Dollar verloren. Nach der Rücktrittsankündigung von Albayrak stieg der Kurs der Lira am Montag stark an. (apa/afp)