In der zwischen Armenien und Aserbaidschan umkämpften Kaukasusregion Bergkarabach sind nach Angaben der armenischen Regierung alle Kämpfe eingestellt worden. Die Lage in der Region sei ruhig, sagte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Eriwan am Dienstag. Kurz zuvor hatte der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinian noch gesagt, die Kämpfe seien auch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe nicht vollständig zu einem Ende gekommen.

Armenien, Aserbaidschan und Russland hatten am frühen Dienstagmorgen mitgeteilt, sie hätten eine Vereinbarung unterzeichnet, um die Kämpfe nach mehr als einem Monat zu stoppen. Hunderte Menschen wurden bei den Auseinandersetzungen getötet.

In Bergkarabach leben überwiegend christliche Armenier. Völkerrechtlich gehört das Gebiet zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, von dem es sich aber 1991 losgesagt hatte. Die Türkei hat sich hinter Aserbaidschan gestellt, während Russland und Armenien ein Verteidigungsbündnis unterhalten.

Zur Kontrolle der Waffenruhe wird es neben den russischen Friedenssoldaten nach Kremlangaben keine türkischen Kräfte geben. In der trilateralen Vereinbarung zwischen Armenien, Aserbaidschan und Russland zur Beendigung der Kampfhandlungen seien keine türkischen Soldaten vorgesehen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge.

Er wies damit eine Erklärung des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev zurück, der von einem Einsatz türkischer Friedenssoldaten und einer gemeinsamen Mission mit Russland gesprochen hatte.

"Die Anwesenheit türkischer Soldaten in Karabach wurde nicht vereinbart", stellte Peskow klar. Diskutiert worden sei lediglich die Einrichtung eines Zentrums zum Monitoring der Waffenruhe auf aserbaidschanischem Gebiet. Aber das seien separate Verhandlungen, sagte Peskow. Russland entsendet rund 2.000 Soldaten nach Berg-Karabach sowie umfangreiche Militärtechnik.(apa,reuters)