Österreich hat sich beim jährlichen Global Terrorism Index für das Jahr 2019 verbessert. In dem Ranking rutschte Österreich gegenüber 2018 um acht Plätze nach hinten. Am Ende der Liste finden sich jene Länder, die vor Terror am sichersten eingestuft werden, darunter die EU-Länder Kroatien, Portugal oder Slowenien sowie etwa auch die Vereinigten Arabischen Emirate oder Turkmenistan. Rechtsextremistische Angriffe nahmen im Westen in den vergangenen Jahren massiv zu.

Österreich lag im Vorjahr auf Platz 91 von 138. Durch den Anschlag von Wien am 2. November mit vier Toten dürfte sich der positive Trend im Jahr 2020 wohl nicht halten. Wie sich der Anschlag auf die Rangliste des Institute for Economics and Peace auswirkt, wird man freilich erst in einem Jahr sehen.

In Nordamerika, Westeuropa und Ozeanien ist die Zahl rechtsextremer Taten seit 2014 um 250 Prozent gestiegen - und die Zahl von Todesopfern rechtsextremer Angriffe sogar um mehr als 700 Prozent binnen fünf Jahren, geht aus dem jährlichen Global Terrorism Index, den das Institut am Mittwoch in London präsentierte. Die Zahl der Toten durch Terrorismus insgesamt auf der ganzen Welt ist 2019 allerdings das fünfte Jahr in Folge gesunken. Rechte Angriffe gab es im vergangenen Jahr allerdings so viele wie zu keinem anderen Zeitpunkt in den vergangenen 50 Jahren, stellten die Forscher des Index fest. 2019 kamen insgesamt 89 Menschen bei solchen Taten ums Leben.


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GTI-2020 (PDF)
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60 Prozent weniger Terroropfer

"Mit dem Beginn einer neuen Dekade sehen wir neue terroristische Bedrohungen. Der Anstieg des Rechtsextremismus im Westen und die Verschlechterungen in der Sahel-Zone sind wesentliche Beispiele dafür", sagte der Exekutivdirektor des Instituts, Steve Killelea. Von islamistischer Seite sehe man derzeit vermehrt Angriffe kleinerer Gruppen, die mit dem "Islamischen Staat" (IS) sympathisierten - wie in der Subsahara, aber auch in Europa, wie etwa zuletzt beim Anschlag in Wien oder Vorfällen in Frankreich sichtbar geworden sei.Die Zahl der Toten durch Terrorismus insgesamt ging in den vergangenen fünf Jahren jedoch um knapp 60 Prozent zurück. 2019 lag sie bei etwas weniger als 14.000 weltweit, das waren um 15 Prozent weniger als 2018. Außerdem sind immer weniger Länder überhaupt von Terrorismus betroffen: Im vergangenen Jahr hatten 63 Länder mindestens einen Terror-Toten zu beklagen - das ist die niedrigste Zahl seit 2013.

Mit dem Rückgang des Terrorismus wurden auch die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen geringer. Sie reduzierten sich im Jahr 2019 um 25 Prozent auf 16,4 Milliarden US-Dollar (13,82 Mrd. Euro) - wobei die indirekten Auswirkungen auf Unternehmen, Investitionen und die Kosten für Terrorismusbekämpfung durch Sicherheitsbehörden nicht berücksichtigt sind.

Corona-Krise bringt Instabilität

Die Widerstandsfähigkeit vieler hoch entwickelter, westlicher Gesellschaften habe in den vergangenen Jahren abgenommen, schreiben die Studienautoren. Die Corona-Pandemie könne diesen Trend verschärfen und wegen der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten auch zu noch mehr politischer Instabilität führen. Es müssten daher Maßnahmen ergriffen werden, um terroristischen Organisationen ihre Medienpräsenz und Finanzierung zu entziehen sowie zu verhindern, dass Menschen zu Anhängern der Bewegungen werden.

"Zwischen 2011 und 2019 nahmen Unruhen und gewalttätige Demonstrationen im Westen um 277 Prozent zu. Es gibt ernsthafte Befürchtungen, dass die sich verschlechternden wirtschaftlichen Bedingungen dazu führen werden, dass sich mehr Menschen entfremden und für extremistische Propaganda empfänglich werden", meinte Morgan.

Obwohl die Opferzahlen durch islamistische Terrorangriffe weiterhin in den Tausenden liegen, sehen die Studienautoren einen deutlichen Rückgang. Der Einfluss und die Macht des IS sinke kontinuierlich. Das erste Mal, seit die Terrormiliz aktiv wurde, lag die Zahl ihrer Todesopfer 2019 bei unter 1.000. Die Organisation, die für die meisten Opfer terroristischer Angriffe verantwortlich ist, bleiben weiterhin die Taliban - auch hier ist der Trend jedoch rückläufig.

Anhaltende Krisen und Konflikte sind der Untersuchung zufolge weiterhin die hauptsächlichen Treiber für Terrorismus. So ereigneten sich mehr als 96 Prozent der terroristischen Angriffe in Ländern mit anhaltenden Konflikten wie Afghanistan, Syrien, Nigeria, Somalia oder dem Jemen. (apa, dpa)