Die monatelangen Verhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den radikalislamischen Taliban sind einen zentralen Schritt vorangekommen. Erstmals seit dem Ausbruch des Krieges vor 19 Jahren unterzeichneten beide Seiten nach eigenen Angaben ein schriftliches Abkommen. In der vorläufigen Vereinbarung wird der Weg für weitere Gespräche festgeschrieben, in denen es um konkretere Themen gehen soll, wie etwa eine Waffenruhe.

"Dieser Durchbruch sollte ein Sprungbrett sein, um den von allen Afghanen gewünschten Frieden zu erreichen", schrieb die Afghanistan-Gesandte der Vereinten Nationen, Deborah Lyons, am Mittwoch auf Twitter. Der Sonderbeauftragte der USA, Zalmay Khalilzad, erklärte, die Vereinbarung zeige, "dass die Verhandlungsparteien sich auf schwierige Fragen einigen können".

Beide Seiten haben seit Monaten in Katars Hauptstadt Doha Gespräche geführt, während in Afghanistan der Krieg weitertobte. Die Taliban lehnten es ab, bereits in dieser Vorbereitungsphase der Verhandlungen einer Feuerpause zuzustimmen. Die nunmehrige Vereinbarung legt nun "Regeln und Verfahren für ihre Verhandlungen über eine politische Roadmap und einen umfassenden Waffenstillstand" fest, erklärte Khalilzad.

Die Taliban sind nach dem 11. September 2001 von einer von den USA angeführten Koalition gestürzt worden. Seitdem ist das Land aber nie zur Ruhe gekommen. Die Taliban verübten zahlreiche Anschläge und halten heute wieder Teile des Landes unter ihrer Kontrolle.

Zukunft der Nato-Truppen unsicher

In Afghanistan sind weiterhin Nato-Truppen stationiert. Es könnte aber eine der letzen großen außenpolitischen Aktionen von Noch-US-Präsident Donald Trump sein, dass er das US-Kontingent, oder zumindest große Teile davon, noch abzieht. Zumindest hat er das angekündigt, und das hat für viel Aufruhr, sowohl unter den Nato-Partnern als auch in Afghanistan selbst, gesorgt.
Weil eben auch die künftige Stationierung der internationalen Truppen so unsicher ist, wäre ein Abkommen zwischen Regierung und Taliban nun umso wichtiger. Zumal es ja auch noch weitere Bedrohungen für das Land gibt: etwa den Islamischen Staat (IS) oder auch regionale Warlords.

Das nun erzielte Abkommen ist ein erster Schritt Richtung Frieden. Ob die Einigung hält und wie sich die Taliban verhalten werden, wenn keine oder weniger internationale Nato-Truppen im Land sind, wird sich allerdings erst weisen. (reuters, apa, red)