In Hongkong sind erneut mehrere Demokratie-Aktivisten auf der Grundlage des umstrittenen chinesischen "Sicherheitsgesetzes" festgenommen worden. Den acht Aktivisten, darunter drei ehemaligen Parlamentsabgeordneten, werde die Organisation und Teilnahme an einer nicht genehmigten Demonstration gegen das Gesetz am 1. Juli vorgeworfen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Bei einer Verurteilung nach dem "Sicherheitsgesetz" drohen den Aktivisten bis zu fünf Jahre Haft.

Unter den Festgenommenen sind der bekannte Demokratie-Aktivist Leung Kwok Hung, der frühere Vorsitzende der Demokratischen Partei von Hongkong, Wu Chi Wai, und der Ex-Abgeordnete Eddie Chu. Auch der Organisator einer jährlichen Demonstration zur Erinnerung an die Übergabe der früheren britischen Kronkolonie an China, Figo Chan, wurde festgesetzt.

Anfang Dezember waren der prominente Aktivist Joshua Wong und zwei seiner Mitstreiter für das Organisieren eines Protests zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Wong erhielt 13,5 Monate. Die ebenfalls bekannten Aktivisten Agnes Chow und Ivan Lam müssen zehn beziehungsweise sieben Monate absitzen. 

USA verhängten neue Sanktionen

Die jüngsten Festnahmen erfolgten wenige Stunden, nachdem die USA als Reaktion auf den Ausschluss pro-demokratischer Abgeordneter aus dem Hongkonger Parlament 14 chinesische Führungsvertreter mit neuen Sanktionen belegt hatten. US-Außenminister Mike Pompeo verurteilte in der Begründung der Strafmaßnahmen erneut das sogenannte Sicherheitsgesetz. Dieses "untergrabe" die Autonomie Hongkongs.

Das im Juni erlassene Gesetz erlaubt den chinesischen Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit bedrohen. Das Gesetz greift massiv in die Autonomierechte Hongkongs ein. Es war unter dem Eindruck der pro-demokratischen Proteste des vergangenen Jahres erlassen worden.

Gegen die Verabschiedung des Gesetzes gingen tausende Menschen auf die Straße. Im Zusammenhang mit der Demonstration am 1. Juli wurden mehr als 370 Menschen festgenommen - unter anderem, weil sie Banner oder Flaggen mit pro-demokratischen Aufschriften gezeigt hatten. (APA/dpa)