Die Treibhausgasemissionen haben 2019 mit 59,1 Gigatonnen an CO2-Äquivalenten einen neuen Höchststand erreicht. Laut einem Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) am Mittwoch geht der globale Kurs damit in Richtung eines durchschnittlichen Temperaturanstiegs von drei Grad Celsius. Bereits für 2018 wurde vor einem Jahr ein Höchststand von 55,3 Gigatonnen vermeldet, der heuer somit noch einmal übertroffen worden ist.

Der Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) ist ein erneutes Indiz dafür, dass die Welt auf einen extremen Klimawandel zusteuert. Er folgt auf ein Jahr ernüchternder Wetterextreme, inklusive einer immensen Reduktion des Eises in der Arktis, Rekordhitzewellen und Waldbränden im Westen der USA und in Sibirien.

Erst am Montag gaben Forscher des europäischen Copernicus Climate Change Services bekannt, dass der vergangenen November der heißeste aller Zeiten gewesen ist."Das Jahr 2020 ist auf dem besten Weg, eines der wärmsten zu werden, während Waldbrände, Stürme und Dürren weiterhin Chaos anrichten", sagte Inger Andersen, Executive Director von UNEP.

2015 haben sich die Nationen im Rahmen des Pariser Klimavertrags zu einem langfristigen Ziel verpflichtet, den durchschnittlichen Temperaturanstieg auf unter zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, ihn noch weiter auf 1,5 Grad zu reduzieren. Die Emissionen sind jedoch seit 2010 um durchschnittlich 1,4 Prozent pro Jahr gestiegen, wobei ein Anstieg von 2,6 Prozent im vergangenen Jahr zu verzeichnen war, was teilweise auf die besonders verheerenden Waldbrände zurückzuführen ist.

2020 gab es zwar einen vorübergehenden Emissionsrückgang, da sich die Wirtschaft aufgrund der Coronavirus-Pandemie verlangsamte. Der daraus resultierende Rückgang von Reisen, industrieller Aktivität und Stromerzeugung dürfte zu einer Reduzierung der Emissionen um sieben Prozent führen, heißt es in dem Bericht. Dies entspricht jedoch nur einer Verringerung der globalen Erwärmung um 0,01 Grad bis 2050.

Grüne Investitionen im Rahmen staatlicher Konjunkturpakete, um die Volkswirtschaften aus dem coronabedingten Einbruch herauszuholen, könnten die für 2030 prognostizierten Emissionen um bis zu 25 Prozent senken. Das würde 44 Gigatonnen CO2-Äquivalente bedeuten, womit die Emissionen in einem Bereich wären, der eine 66-prozentige Chance bietet, dass der Temperaturanstieg zumindest unter zwei Grad bleibt.

Die Vereinten Nationen und Großbritannien veranstalten am Samstag zum fünften Jahrestag des Pariser Abkommens eine Online-Konferenz, die EU soll im Laufe der Woche strengere Klimaziele vorlegen. Laut UNEP müssten die Ambitionen zum Erreichen der Pariser Klimaziele ungefähr verdreifacht werden, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, für das 1,5-Grad-Ziel sogar mindestens verfünffacht. (apa, reuters)