Als einer der letzten Staats- und Regierungschefs hat auch der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden zu dessen Wahlsieg gratuliert. Er habe damit begonnen, den Kontakt zu Biden herzustellen, sagte der enge Verbündete des abgewählten Präsidenten Donald Trump am Dienstag im brasilianischen Fernsehen.

Nach der Bestätigung durch das Wahlleutekollegium gebe es über das Ergebnis nichts mehr zu diskutieren, sagte der rechtspopulistische Politiker. Bolsonaro hatte sich nach dem Urnengang Anfang November besorgt über möglichen Wahlbetrug gezeigt. Trump will seine Niederlage nicht anerkennen, obwohl er mit mehreren Klagen auch beim konservativ dominierten Höchstgericht gescheitert ist und ihm enge politische Weggefährten wie etwa Justizminister Bill Barr oder der republikanische Senatsführer Mitch McConnell in dieser Frage den Rücken kehrten.

Auch López Obrador gratuliert

Nach der Bestätigung von Joe Biden als Sieger bei der US-Präsidentenwahl durch die Wahlleute hat ihm nun auch der mexikanische Staatschef Andrés Manuel López Obrador gratuliert. Er habe dem Demokraten am Vorabend ein Glückwunschschreiben geschickt, teilte der linksnationalistische Präsident des lateinamerikanischen Landes am Dienstag mit.

 "Unsere Völker sind durch Geschichte, Wirtschaft und Kultur miteinander verflochten. Deshalb sollten sich die Regierungen um gute bilaterale Beziehungen bemühen, die auf Zusammenarbeit, Freundschaft und Respekt vor unserer Souveränität basieren", hieß es in dem von der mexikanischen Regierung veröffentlichten Brief.

 Mexiko und die USA teilen eine Grenze von fast 3200 Kilometern. Migration, die Wirtschaft und der Kampf gegen die Drogenkartelle sind zentrale Themen in ihrer komplexen Beziehung. Mit US-Präsident Donald Trump pflegte López Obrador ein recht gutes Verhältnis, obwohl der Republikaner drohte, eine Mauer an der Grenze zu errichten.

Obrador ließ sich lang Zeit

 "Ich drücke Ihnen meine Anerkennung für Ihre Position zugunsten der Migranten aus Mexiko und der Welt aus, die uns ermöglichen wird, mit dem Plan zur Förderung von Entwicklung und Wohlstand im Südosten Mexikos und Mittelamerika fortzufahren", hieß es in dem Brief an Biden weiter. Die Opposition hatte López Obrador kritisiert, weil er sich mit der Gratulation für Biden so lange Zeit ließ. (apa, afp, reuters, dpa)