Der designierte US-Präsident Joe Biden und der noch amtierende Vizepräsident Mike Pence lassen sich gegen das Coronavirus impfen. Pence lässt sich die Immunisierung - gemeinsam mit seiner Frau - am Freitag öffentlich verabreichen, um für die Sicherheit der Corona-Impfung zu werben. Das teilte das Weiße Haus am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington mit. Auch Biden plant für nächste Woche einen solchen Auftritt, um die Sicherheit der Präparate zu demonstrieren.

Gemeinsam mit Pence wird sich auch der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, im Weißen Haus impfen lassen. Noch unklar ist, ob das auch der amtierende Präsident Donald Trump tun wird. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kaleigh McEnany, hatte am Dienstag gesagt, Trump sei "absolut offen" dafür, sich impfen zu lassen, und wolle auch alle Amerikaner dazu ermuntern, dies zu tun. Trump war Anfang Oktober an Covid-19 erkrankt und musste deswegen im Krankenhaus behandelt werden.

Seit Montag werden in den USA Menschen mit dem Corona-Vakzin der Unternehmen Pfizer und Biontech geimpft, der eine Notzulassung von der zuständigen Arzneimittelbehörde bekommen hat. Eine Zulassung des Impfstoffs des Pharmakonzerns Moderna wird in Kürze erwartet. Die USA sind - mit fast 17 Millionen Infektionen und rund 307.000 Todesfällen - das weltweit am stärksten von Covid-19 betroffene Land.

Putin mit Aufruf zur Impfung

 
Der russische Präsident Wladimir Putin will sich mit dem von eigenen Forschern entwickelten Impfstoff erst impfen lassen, sobald das für seine Altersgruppe möglich ist, sagte Putin am Donnerstag bei seiner großen Jahrespressekonferenz. Wegen der Corona-Pandemie geht die mehrstündige Fragerunde mit Vertretern internationaler und nationaler Medien erstmals nur im Videoformat über die Bühne.

"Ich bin ein gesetzestreuer Mensch. Ich halte mich an die Empfehlungen. Für solche wie mich gibt es bisher keinen Impfstoff. Ich mache das, sobald es möglich ist", sagte Putin. Das international vermarktete Mittel "Sputnik V" ist nach Aussagen Putins "effektiv und ungefährlich". "Spezialisten sagen, dass sein Schutz 96-97 Prozent erreicht." Nach Angaben der russischen Gesundheitsbehörden ist es allerdings nicht für Menschen über 60 Jahre geeignet. Ein Impfstoff für ältere Menschen solle aber bald verfügbar sein, hieß es. In Russland läuft seit gut einer Woche landesweit die Massenimpfung gegen das Coronavirus.

Russland ist nach Putins Worten bisher besser durch die Corona-Pandemie gekommen als andere Länder. "Das Gesundheitswesen hat adäquat reagiert", sagte er. "Wir können mit Überzeugung sagen, dass wir die Probleme würdig gemeistert haben." Russland hatte nach offiziellen Angaben am Donnerstag 28.200 neue Corona-Infektionen. Die Anzahl der Toten stieg um 587 auf nun 49.151. (apa, dpa, reuters)