Nach Attacken auf Städte und Dörfer im Norden Mosambiks ist die Zahl der Vertriebenen laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) auf gut eine halbe Million Menschen gestiegen. In der besonders betroffenen Provinz Cabo Delgado nahmen demnach in den vergangenen Tagen die Angriffe bewaffneter Gruppen in den Distrikten Palma, Nangade und Macomia deutlich zu, wie das UNHCR am Freitag mitteilte.

Viele Bewohner seien dadurch mehrfach zur Flucht gezwungen worden. Rund 90 Prozent der Vertriebenen ließen sich demnach im Süden der Provinz nieder. Ihre Situation verschlechtere sich zusehends, hieß es. Seit drei Jahren leidet die Bevölkerung in der erdgasreichen Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks unter brutalen Angriffen.

Verbindungen zum islamischen Staat

Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen der armen Region. Sie wird auch zunehmend von einer Gruppierung mit Verbindungen zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) dominiert. Im Kampf gegen die Aufständischen gehen Sicherheitskräfte zum Teil ebenfalls brutal vor. Insgesamt sind nach UN-Angaben bisher mehr als 2.000 Menschen dabei ums Leben gekommen.

Es gebe ernsthafte Hinweise darauf, dass der Konflikt in die Nachbarländer schwappen könnte, hieß vom UNHCR. Viele Häuser sowie auch Schulen, Gesundheitszentren und andere Infrastruktur sei zerstört oder geplündert, viele Familienbande zerrissen worden. Zudem sei die Landwirtschaft in den betroffenen Regionen weitgehend zum Erliegen gekommen. Der Zugang zu Gebieten wie Nangade, Mocimboa da Praia, Muidumbe, Macomia, Meluco und Quissanga sei nur begrenzt möglich, berichtete die UN-Organisation. Da viele Menschen auf der Flucht ihre Dokumente zurücklassen müssten, hätten sie zudem Probleme, sich bei den Behörden auszuweisen.

Auch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hatte bereits vor einer "verzweifelten" Lage der Bewohner in dem südostafrikanischen Staat gewarnt. In Berichten von vor Ort ist von "extremer Brutalität" gegen Zivilisten die Rede.