Das US-Repräsentantenhaus überstimmt den Widerspruch des US-Präsidenten Donald Trump gegen einen zentralen Teil der US-Verteidigungsausgaben. Mit 322 zu 87 Stimmen brachen sie am Montag das Veto des Präsidenten gegen den 740 Milliarden schweren National Defense Authorization Act (NDAA). Sollte nun die erforderliche Zustimmung durch den Senat erfolgen, wäre die dies die erste Überstimmung eines Vetos des amtierenden Präsidenten.

Trump hatte zuvor seinen Widerstand mit dem Fehlen von "kritischen Maßnahmen" zum Schutz der nationalen Sicherheit begründet. "Es ist ein 'Geschenk' an China und Russland", schrieb er in einer Mitteilung an das Repräsentantenhaus. Dort wie auch im Senat war die Vorlage mit deutlicher Mehrheit verabschiedet worden.

Der jährliche NDAA regelt eine Vielzahl von verteidigungspolitischen Fragen, angefangen von der Anzahl der gekauften Schiffe, den Sold der Soldaten bis hin zur Bewältigung geopolitischer Bedrohungen. Es ist 59 Jahre in Folge verabschiedet worden. Trump will jedoch Konzerne wie Facebook stärker für die Inhalte ihrer Nutzer verantwortlich machen und hat eine entsprechende Passage verlangt sowie weitere Änderungen. Bislang sind die Konzerne vom Abschnitt 230 des Communications Decency Act (CDA) geschützt. Kritiker bemängeln, dass deswegen nicht ausreichend gegen etwa Terror-Propaganda vorgegangen wird. Befürworter sprechen von einem Pfeiler der Meinungsfreiheit. (reuters)