In Pakistan ist einer der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschlagsserie von Mumbai 2008 und Extremistenführer Zaki ur-Rehman Lakhvi festgenommen worden. Er sei am Samstag in der nordöstlichen Stadt Lahore in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher der Anti-Terror-Abteilung der Polizei in der Provinz Punjab der Deutschen Presse-Agentur. Lakhvi werde vorgeworfen, eine Apotheke betrieben und das dort eingenommene Geld zur Terrorismusfinanzierung verwendet zu haben. Am Sonntag wurde er in Islamabad erstmals vor Gericht angehört.   

Lakhvi gilt als einer der Anführer der verbotenen Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT), die für die Anschlagsserie im Mumbai in Indien im November 2008 verantwortlich sein soll. Dabei wurden 175 Menschen getötet, darunter 26 Ausländer und neun der Terroristen. Lakhvi wurde auch von den Vereinten Nationen als Terrorist eingestuft und nach den Anschlägen festgenommen, aber aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen. Im Februar 2020 verurteilte ein Gericht LeT-Gründer Hafiz Saeed wegen Terrorismusfinanzierung zu elf Jahren Haft.

Unterstützung durch Pakistans Geheimdienste?

LeT soll eine von mehreren jihadistischen Gruppen sein, die gegen indische Truppen in der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen Region Kaschmir kämpfen. Indien und Pakistan beanspruchen beide Kaschmir zur Gänze für sich und kontrollieren jeweils einen Teil. Indien wirft Pakistan vor, islamistische Kämpfer im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Islamabad bestreitet das. Es gibt Vorwürfe, dass LeT von pakistanischen Geheimdiensten unterstützt wird.

Pakistan wird seit 2018 von der Financial Action Task Force (FATF) auf dessen "grauer" Beobachtungsliste als eines der Länder aufgeführt, die nicht genug gegen Terrorismusfinanzierung unternehmen. Bis Februar will die internationale Arbeitsgruppe gegen Geldwäsche mit Sitz in Paris darüber entscheiden, ob das südasiatische Land ausreichend Gegenmaßnahmen ergriffen hat. Ansonsten droht die Aufnahme in die Schwarze Liste, was dem Land die Kreditaufnahme auf den Finanzmärkten deutlich erschweren würde. (APA/dpa)