Regierungsspitzen und führende Politiker auf der ganzen Welt haben auf die Ereignisse in Washington am Mittwoch reagiert. Hier eine Auswahl:

Österreich:

"Ich beobachte mit tiefer Sorge den populistisch angestachelten, demokratieverachtenden Angriff auf das Kapitol in Washington, das Herz der US-Demokratie", erklärte Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Mittwochabend angesichts des Krawalle in der US-Hauptstadt Washington auf Twitter. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP) zeigten sich jeweils auf Twitter "schockiert über die Szenen in Washington" bzw. "tief beunruhigt über den Angriff auf die Demokratie". Nun müsse eine friedliche und geordnete Machtübergabe gesichert werden, twitterte Kurz. Schallenberg sprach von einem "inakzeptablen Angriff auf die Demokratie".

Deutschland:

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich schockiert über die Angriffe auf den US-Kongress. "Mich haben diese Bilder wütend und auch traurig gemacht", sagt Merkel in Berlin. Eine der Grundregeln der Demokratie sei, dass es nach Wahlen Gewinner und Verlierer gebe. Sie bedaure, dass der noch amtierende Präsident Donald Trump seine Niederlage immer noch nicht eingestanden habe. Aber sie sei sich sicher: "Diese Demokratie wird sich als viel stärker erweisen als die Angreifer und Randalierer."

Europäische Union:

Die Spitzen der Europäischen Union haben schockiert auf die Erstürmung des US-Kongresses durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump reagiert. "In den Augen der Welt scheint es, als stünde die amerikanische Demokratie heute Abend unter Belagerung", schrieb der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Mittwoch im Onlinedienst Twitter.

"Dies ist ein beispielloser Angriff auf die US-Demokratie, ihre Institutionen und den Rechtsstaat." Entsetzt zeigten sich auch die Regierungen in London und Paris.

Frankreich:

Der französische Präsident Emmanuel Macron schreibt nach der Erstürmung des Kapitols am Donnerstag auf Twitter, er vertraue auf die Stärke der Demokratie in den USA. "Was in Washington passiert ist, ist nicht amerikanisch." In der US-Hauptstadt Washington haben zuvor Anhänger von Präsident Donald Trump das Kapitol-Gebäude gestürmt, Sitz des Kongresses.

USA:

In den USA haben sich mit George W. Bush und Barack Obama zwei ehemalige US-Präsidenten zu Wort gemeldet.

Barack Obama hat die eskalierten Proteste am US-Kapitol als "Moment großer Ehrlosigkeit" und "Schande für unsere Nation" verurteilt. Er machte den abgewählten Präsidenten Donald Trump dafür verantwortlich, dem er Anstiftung zur Gewalt vorwarf. Ein amtierender Präsident, der grundlos Lügen über das Ergebnis einer rechtmäßigen Wahl verbreite, habe die Gewalt angezettelt, erklärte Obama am Mittwoch (Ortszeit) ohne Trump direkt beim Namen zu nennen.

Obamas Vorgänger, George W. Bush, hat dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol in Washington verurteilt. "So werden Wahlergebnisse in einer Bananenrepublik angefochten - nicht in unserer demokratischen Republik", betonte Bush am Mittwoch (Ortszeit).

Zugleich kritisierte der Republikaner den scheidenden Präsidenten Donald Trump und seine Unterstützer in der Partei - ohne sie jedoch beim Namen zu nennen. "Ich bin entsetzt über das rücksichtlose Verhalten einiger politischer Anführer seit der Wahl", schrieb Bush. Den Sitz des US-Parlaments hätten Menschen gestürmt, die durch "Unwahrheiten und falsche Hoffnung" aufgestachelt worden seien.

Auch Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, meldete sich zu Wort. "Ich hoffe, dass alle unsere Politiker heute auf der Seite der Wähler stehen", mahnte der Republikaner. "Ich werde das überwachen", schrieb er auf Twitter.

Israel:

Israels Außenminister Gabi Ashkenazi hat die Erstürmung des US-Kongresses scharf verurteilt. Der Angriff habe ihn schockiert, schrieb Ashkenazi Donnerstagfrüh auf Twitter. Seit ihrer Unabhängigkeit seien die USA ein Leuchtfeuer der Demokratie gewesen und hätten für Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Unabhängigkeit gestanden. "Ich bin mir sicher, dass die Amerikaner und ihre gewählten Vertreter wissen werden, wie sie diesen Angriff abwehren werden."

Argentinien:

Der argentinische Präsident Alberto Fernández hat sich bestürzt über die Unruhen rund um das Kapitol in Washington zeigt. "Wir verurteilen die schweren Gewalttaten und den Angriff auf das Kapitol in Washington", schrieb der linksgerichtete Staatschef am Mittwoch auf Twitter. "Wir vertrauen darauf, dass es einen friedlichen Machtwechsel gibt, der den Willen des Volkes anerkennt, und unterstützen den gewählten Präsidenten Joe Biden."

Griechenland:

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Demokratie in den USA die Krise mit den Unruhen rund um das Kapitol in Washington überwinden wird. "Die amerikanische Demokratie ist widerstandsfähig, hat tiefe Wurzeln und wird diese Krise überwinden", twitterte der konservative griechische Regierungschef (Nea Diomkratia) am späten Mittwochabend. Die Ereignisse seien jedoch schrecklich und machten ihm Angst.

OSZE:

Die Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Schwedens Außenministerin Ann Linde, hat die Unruhen rund um das Kapitol in Washington als "Angriff auf die Demokratie" bezeichnet. Die dramatischen Ereignisse in Washington seien zutiefst beunruhigend: "Ich fordere eine friedvolle Rückkehr zu Ordnung und Respekt für den demokratischen Prozess", schrieb Linde in der Nacht zu Donnerstag auf Twitter.