Der neue US-Präsident Joe Biden hat den Verbleib der USA in die Weltgesundheitsorganisation WHO angekündigt und geht die Bekämpfung der Corona-Pandemie mit einem Maßnahmenbündel an. Nach Angaben von Regierungsvertretern will er dazu diesen Donnerstag zehn Erlasse unterzeichnen. Vorgesehen sei unter anderem das verpflichtende Tragen von Masken in Flughäfen und zahlreichen öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen, Zügen und Flugzeugen.

Auch soll ein spezielles Corona-Gremium eingerichtet werden. Dieses soll sich etwa darum kümmern, dass die Testkapazitäten hochgefahren und Vorschriften für den Reiseverkehr erstellt werden. Die Bundesstaaten sollen stärker finanziell unterstützt werden, um die Kosten zur Bekämpfung des Virus aufzufangen.

Notaufnahme in einem New Yorker Spital: Inzwischen gibt es mehr Tote in den USA als beim Zweiten Weltkrieg. - © Reuters, Carlo Allegri
Notaufnahme in einem New Yorker Spital: Inzwischen gibt es mehr Tote in den USA als beim Zweiten Weltkrieg. - © Reuters, Carlo Allegri

Mit der Rückkehr zur Weltgesundheitsorganisation WHO wollen sich die USA auch an der globalen Impfkampagne Covax gegen die Corona-Pandemie beteiligen. Das kündigte der angesehene Immunologe Anthony Fauci für die US-Delegation per Video-Schalte bei der Sitzung des WHO-Exekutivrates in Genf an. Biden wollte laut Fauci am Donnerstag eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen.

Biden hatte den von Donald Trump eingeleiteten Austritt aus der WHO gestoppt. Der Schritt wäre Anfang Juli wirksam geworden. "Ich bin stolz zu verkünden, dass die Vereinigten Staaten ein Mitglied der WHO bleiben", so Fauci.

Die USA waren bisher mit mehr als 100 Millionen Dollar (83 Mio. Euro) wichtigster Geldgeber. Sie sind seit dem 21. Juni 1948 Mitglied der WHO. Ein Rückzug ist mit einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist verbunden.

Trump hatte der WHO schwere Vorwürfe beim Umgang mit der Pandemie gemacht. Die WHO habe zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert und sei mitverantwortlich für die hohe Opferzahl. Trump warf der WHO auch vor, unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen.

400.000 Corona-Tote in den USA

Die USA bekommen die Pandemie bis jetzt nicht unter Kontrolle, zu mehr als 24 Millionen Infektionen kommen derzeit über 400 000 Tote Amerikaner - in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land. Die Impf-Kampagne läuft langsamer an als versprochen. Um dies zu ändern und in seinen ersten 100 Amtstagen wie versprochen 100 Millionen Menschen zu impfen, wollte Biden laut Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Kate Bedingfield, am Donnerstag eine entsprechende Verfügung unterzeichnen. (apa, dpa, reuters)