In der tunesischen Hauptstadt Tunis haben am Samstag erneut Hunderte Menschen gegen Polizeigewalt protestiert. Auch die Polizei war zu Hunderten im Einsatz, teilweise kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Einige Kundgebungsteilnehmer warfen Flaschen auf die Polizisten, die teilweise mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vorgingen.

Die Protestierenden fürchten um die Freiheiten, die sie im Zuge der Revolution errungen haben. Diese führte vor zehn Jahren zum Sturz des Autokraten Zine al-Abidine Ben Ali nach fast 25 Jahren an der Macht und löste auch in anderen Ländern den Arabischen Frühling aus.

Proteste fast täglich

Seit Mitte Jänner kommt es fast täglich zu Protesten in Tunesien. Mehr als Tausend Menschen wurden dabei festgenommen. Vergangene Woche kam ein junger Mann in Sbeitla bei einer Kundgebung ums Leben. Seine Familie erklärte, er sei von einer Tränengas-Granate getroffen worden.

Tunesien ist das einzige Land, das aus dem Arabischen Frühling mit einem demokratischen System hervorgegangen ist. Die Demonstranten werfen der Regierung jedoch vor, ärmere Wohngebiete würden weiter ins Abseits gedrängt und die Schere zwischen Arm und Reich klaffe weit auseinander.