Bei Kämpfen zwischen äthiopischen und sudanesischen Truppen an der Grenze der beiden Länder sind nach Angaben von sudanesischen Militärquellen vom Freitag mindestens 51 Soldaten getötet worden. Demnach haben äthiopische Kräfte am Donnerstag sudanesische Soldaten angegriffen. Darauf hätten die sudanesischen Streitkräfte ein Lager des äthiopischen Militärs eingenommen und Waffen erbeutet. Es seien 50 äthiopische und ein sudanesischer Soldat getötet worden.

Der Angriff ereignete sich in der umstrittenen Grenzregion Al-Fashqa, erklärten die zwei hochrangigen sudanesischen Militärs. Sie wollten ihre Namen nicht nennen.

Konflikt in Tigray befeuert Disput um Grenzgebiet mit Sudan

Die Beziehungen zwischen dem Sudan und Äthiopien sind derzeit extrem angespannt. Im Norden Äthiopiens in der Region Tigray geht die äthiopische Regierung militärisch gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) vor, die in der Region lange an der Macht war. Der Konflikt hat einen alten Disput zwischen Äthiopien und dem Sudan über ein Grenzgebiet wiederaufflammen lassen. Experten warnen, dass dies in einen Krieg zwischen den Ländern münden könnte.

Die Beziehungen zwischen den Staaten ist auch durch die 60.000 äthiopischen Flüchtlinge, die vor dem Tigray-Konflikt in den Sudan geflohen sind, belastet. Zudem streiten sich Äthiopien, der Sudan und Ägypten seit Jahren über Afrikas künftig größten Staudamm, der derzeit in Äthiopien gebaut wird.

US-Außenminister Antony Blinken sprach dem US-Außenministerium zufolge am Donnerstag mit Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed und drückte seine "tiefe Besorgnis" über die humanitäre Lage in Tigray aus. Er mahnte, dass es sofort vollen und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe geben müsse, um den Verlust weitere Menschenleben zu verhindern. Wegen des Konflikts ist die humanitäre Krise in Tigray verheerend, ein Großteil der Bevölkerung ist Helfern zufolge auf humanitäre Hilfe angewiesen. (apa,dpa)