Mit einer Geberkonferenz für das Bürgerkriegsland Jemen wollen die Vereinten Nationen Spenden in Milliardenhöhe sammeln. "Die humanitäre Lage im Jemen war noch nie schlimmer", so UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Montag. Um eine Hungersnot abzuwenden, seien 3,85 Milliarden Dollar nötig, so der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock.

Mehr als die Hälfte der etwa 30 Millionen Einwohner des Jemen haben nicht genügend zu essen. Besonders schwer leiden Kinder unter dem Konflikt. "Kindheit im Jemen ist eine besondere Art der Hölle", sagte Guterres. Fast die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren drohe akute Unterernährung. Ohne rasche ärztliche Behandlung könnten 400.000 sterben.

Im vergangenen Jahr hatten die UN Bedarf von 3,3 Milliarden Dollar angemeldet, davon kamen aber nur 56 Prozent zusammen. Hilfsorganisationen hätten deshalb die Essensverteilung reduzieren müssen, so die UNO. Statt für 13 bis 14 Millionen Menschen, die vorher jeden Monat versorgt wurden, habe das Geld nur für 9 Millionen Menschen gereicht.

Österreich hilft mit drei Millionen Euro

Die österreichische Bundesregierung stellt drei Millionen Euro zur Verfügung. Man trage damit zur "Linderung der großen Not" im Jemen bei, so Kanzler Sebastian Kurz. Vizekanzler Werner Kogler weist speziell darauf hin, dass zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren an akuter Unterernährung litten, die Hilfe sei "überlebenswichtig". Für Außenminister Alexander Schallenberg ist die Bevölkerung im Jemen der prekären Situation angesichts der Corona-Pandemie weitgehend schutzlos ausgeliefert. Im Jemen tobt ein Bürgerkrieg, dazu kommen eine kollabierte Wirtschaft, knappes Trinkwasser, die Cholera, Überschwemmungen und jetzt die Corona-Pandemie.