US-Präsident Joe Biden hat bei seiner ersten formellen Pressekonferenz das Impfziel seiner Regierung im Kampf gegen das Coronavirus verdoppelt. In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit sollten nun 200 Millionen Impfungen vollzogen werden, sagte er am Donnerstag. "Ich weiß, dass das ehrgeizig ist", erklärte er. "Aber kein anderes Land der Welt ist überhaupt dem nahe gekommen."

Die USA hatten das ursprünglich von Biden ausgerufene Ziel von 100 Millionen Impfungen in der vergangenen Woche erreicht, mehr als 40 Tage vor der Frist. Die US-Seuchenbehörde CDC gab am Mittwoch etwa 130 Millionen vollzogene Impfungen bekannt bei 169 Millionen ausgelieferten Dosen. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen. Biden erklärte, der Kampf gegen die Pandemie werde zunächst Priorität haben. Auf langfristigere Probleme wie die Einwanderung und Waffengesetze werde er sich danach konzentrieren.

Afghanistan: "Die Frage ist nur, wann wir gehen"

Zum Krieg in Afghanistan sagte Biden, es werde schwer sein, das von seinem Vorgänger Donald Trump vereinbarte Abzugsziel zum 1. Mai einzuhalten. Er könne sich jedoch auch nicht vorstellen, dass im kommenden Jahr noch amerikanische Truppen in Afghanistan stünden. "Wir werden gehen", betonte Biden. "Die Frage ist nur, wann wir gehen."
Zudem kündigte der Präsident an, die Regierung in Peking werde während seiner Amtszeit nicht ihr übergeordnetes Ziel erreichen, die weltweit führende Nation zu werden.

Die USA stünden dabei im harten Wettbewerb mit China, die Volksrepublik investiere deutlich mehr als Amerika. Zwar habe er seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping deutlich gemacht, dass die USA nicht auf eine Konfrontation aus seien. Seine Regierung werde jedoch darauf bestehen, dass China sich an die internationalen Regeln für fairen Wettbewerb und fairen Handel halte.

Doch als wichtigstes außenpolitisches Thema nannte Biden die Situation in Nordkorea. Das abgeschottete Land hatte Stunden vor Bidens Auftritt zwei mutmaßliche Raketentests vorgenommen. "Wir beraten uns mit unseren Verbündeten und Partnern, und es wird Reaktionen geben", meinte der Präsident. "Wenn sie eskalieren, werden wir entsprechend reagieren." Zwar sei er zu "einer gewissen Form von Diplomatie" bereit. Bedingung sei allerdings, dass am Ende eine Denuklearisierung stehe.

Auf eine Frage zur Präsidentenwahl 2024 erklärte Biden, er gehe davon aus, dann sich wieder mit Vize-Präsidentin Kamala Harris an seiner Seite für eine zweite und letzte Amtszeit zu bewerben. "Ich will für eine Wiederwahl antreten", sagte der heute 78-Jährige. (reuters)