Amman. Jordaniens König Abdullah verdächtigt seinen Halbbruder Hamza nach Regierungsangaben einer versuchten Destabilisierung des Landes. Hamza, dem Abdullah bereits 2004 den Titel des Kronprinzen entzogen hatte, habe sich dafür mit ausländischen Kräften abgesprochen, sagte Vize-Regierungschef Ayman Zafadi am Sonntag. Auch ein ausländischer Geheimdienst sei daran beteiligt. Die Militärführung nahm mehrere hochrangige Personen fest.

Hamza selbst erklärte, er stehe unter Hausarrest. Er will sich allerdings in seiner Bewegungsfreiheit nicht von den Behörden einschränken lassen. "Natürlich werde ich nicht gehorchen, wenn sie sagen, du darfst nicht raus gehen, du darfst nicht twittern, du darfst nicht mit Menschen kommunizieren", sagte er in einer Audioaufnahme

"Machtkampf im Palast", vermelden Jordaniens Zeitungen. - © afp / Mazraawi
"Machtkampf im Palast", vermelden Jordaniens Zeitungen. - © afp / Mazraawi

Jordanien ist ein wichtiger Verbündeter der USA und gilt bisher als eines der stabilsten Länder im Nahen Osten. "König Abdullah ist ein entscheidender Partner der Vereinigten Staaten, und er hat unsere volle Unterstützung", erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Auch mehrere Staaten aus der Region wie Saudi-Arabien, Ägypten und die Türkei stellten sich an die Seite Abdullahs.

Zafadi sagte, die Hamsa zur Last gelegten Vorgänge würden bereits seit einiger Zeit genau untersucht. Dabei seien eine Einmischung von und ein Austausch mit ausländischen Kräften beobachtet worden. Unter anderem habe ein fremder Geheimdienst Hamzas Ehefrau angeboten, für das Paar eine Flucht ins Ausland zu organisieren.

Es seien insgesamt mehr als ein Dutzend weitere Verdächtige festgenommen worden, hieß es. Die Sicherheitsdienste hätten König Abdullah II. empfohlen, alle Beteiligten vor das Staatssicherheitsgericht zu stellen, fügte Zafadi hinzu. Die US-Zeitung "Washington Post" hatte berichtet, Hamza sei im Zuge von Ermittlungen zu einem Komplott unter Restriktionen gestellt worden.

Komplott zielte auf Sturz des Königs ab

Das Komplott zielte demnach offenbar auf den Sturz von Abdullah II. ab. Der Monarch hatte den Thron 1999 nach dem Tod seines Vaters König Hussein bestiegen. Der 41-jährige Hamza dementierte in einem von der britischen BBC veröffentlichten Video, in eine Verschwörung verwickelt zu sein. Das Video soll der Prinz in seinem Arrest aufgenommen und dem Sender mit Hilfe seines Anwalts zugespielt haben. Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegen König Abdullah II. Er spricht von Festnahmen, Einschüchterung und Drohungen gegen Kritiker des Königs. Die "unfähige und korrupte" Regierung wolle ihre Gegner mit allen Mitteln mundtot machen.

Prinz Hamza sagt in dem Video, der Generalstabschef habe ihn Samstag früh besucht und darüber informiert, dass er das Haus nicht verlassen und keinen Kontakt zur Außenwelt haben dürfe. Seine Telefon- und Internetverbindung sei gekappt worden. "Ich bin nicht Teil irgendeiner Verschwörung oder ruchlosen Organisation oder Gruppe mit ausländischer Unterstützung", beteuerte der Prinz.

Auch Prinz Hamzas Mutter schaltete sich inzwischen ein. Die Anschuldigungen seien eine "böse Verleumdung", teilte sie am Sonntag auf Twitter mit. Königin Noor bete für die unschuldigen Opfer. Sie ist eine Witwe des früheren Königs Hussein.