Angesichts der Corona-Pandemie verschiebt Chile die Wahl der Delegierten für eine Verfassungsgebende Versammlung um rund einen Monat. Nach einer tagelangen Debatte billigte die Abgeordnetenkammer am Dienstag eine entsprechende Gesetzesinitiative der Regierung. Statt wie bisher geplant am 10. und 11. April sollen die Delegierten des Verfassungskonvents nun am 15. und 16. Mai gewählt werden.

Trotz einer erfolgreichen Impfkampagne waren die Infektionszahlen in Chile zuletzt deutlich gestiegen. Allein im März steckten sich über 170.000 Menschen mit dem Coronavirus an - mehr als jemals zuvor seit Beginn der Pandemie. Insgesamt haben sich über eine Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert; mehr als 23.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte sich die Mehrheit der Wähler bei einem Referendum für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung ausgesprochen. Der aktuelle Text von 1980 stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990). (apa)