Bei Protesten gegen die Militärmachthaber in Myanmar sind Medienberichten zufolge erneut Demonstranten getötet und verletzt worden. Mindestens fünf Menschen seien ums Leben gekommen, als Sicherheitskräfte in der Stadt Kalay am Mittwoch das Feuer eröffneten, wie mehrere Nachrichtenportale unter Berufung auf Augenzeugen meldeten. Zwei Demonstranten starben im Ort Bago bei der Großstadt Yangon. Dort brach laut Feuerwehr in einer chinesischen Fabrik zudem ein Brand aus.

In einem anderen Stadtteil Yangons zündeten Aktivisten eine chinesische Flagge an, wie auf Aufnahmen zu sehen war, die über Facebook verbreitet wurden. Viele Demonstranten werfen China vor, die Militärjunta zu unterstützen. Bereits im März wurden Brandanschläge auf mehr als 30 Fabriken in Yangon verübt, an denen chinesische Investoren beteiligt sind.


Junta-Chef Min Aung Hlaing verurteilte die Demonstranten. Wegen der Bewegung des zivilen Ungehorsams werde in Krankenhäusern, Schulen und Fabriken nicht mehr gearbeitet. Die Bewegung sei "eine Aktivität zur Zerstörung des Landes", erklärte der General.

Das Militär hatte die zivile Regierung am 1. Februar gestürzt und die Macht übernommen. Seitdem kommt es trotz des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte nahezu täglich in zahlreichen Städten zu Demonstrationen. Nach Angaben von Bürgerrechtlern wurden bisher mehr als 580 Menschen getötet, darunter Dutzende Kinder. Tausende wurden festgenommen.

Westliche Staaten wie die USA, Großbritannien und Australien haben als Reaktion auf den Putsch und die Gewalt Sanktionen verhängt oder verschärft. Sie richten sich gegen die Generäle und Unternehmen, die vom Militär kontrolliert werden. (apa, reuters)